Kautsky
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" Trotzdem sie sich als Provinzlerin in unserem, etwa dreissig Köpfezählenden Haushalt anfangs recht einsam XXXXXXXXXXXXX undverloren gefühlt haben mochte, trotzdem die städtische Gott-losigkeit der bis zur Bigotterie gläubigen Katholikin ein Greuelgewesen sein muss, trotzdem das städtische Milieu an die vom Landekommende die grössten Anforderungen stellte, überwand ihre zäheEnergie und ihre Intelligenz in kürzester Zeit alle diese Schwie-rigkeiten. Für ung Kinder war der Tag ihres Eintritts in unser Hausein Glückstag.Meisterhaft verstand sie es, den Eifer, das Pflicht-bewusstsein, den Wissensdurst, die Arbeitsfreude, die sie selbst be-seelten, uns mitzuteilen, uns zu unermüdlichem Fleiss anzuspornen,uns beizubringen, dass jede Art der Arbeit eine Lust sei.Spielendbrachte sie uns alles bei, sodass ich noch vor Vollendung meinesvierten Jahres lesen konnte und nicht müde wurde, von meiner neuenWissenschaft Gebrauch zu machen.Sie war eine geborene Pädagogin."Wie stark muss der Einfluss dieser Kinderfrau gewesen sein, dass ihm Luise.im AlterKautsky als reifer Monech noch soviel Bedeutung beimisst. Oda Olberg , diegeistvolle sozialistische Schriftstellerin sagt, dass sie( Luise) aus wohl-nebenabendem, jüdischen Hause gekommen sei.Einziges Mädchen er drei Brüdernsei sie in der Kultur und Vielseitigkeit des Wiener Bürgertums aufgewachsen,sichbis sie später im Betrieb ihrer Eltern nützlich machte, wo sie dann die RO-manschriftstellerin und glühende Sozialistin Minna Kautsky , die Mutter vonKarl Kausky kennen lernte.Sie ahnte es damals nicht, in welch enges,verwandschaftliches Verhältnis sie zu der Frau treten würde, zu der sie eingrosse Freundschaft hinzog, die sie mit der sozialistischen Ideenwelt be-kannt gemacht hatte.
Dann wurde die sechsundzwanzigjährige
die Frau des um zehn Jahre älteren
Gefährdin
dafür mit, um die eines sozialistischen Gelehrten, Grüblers und Kämpfers
zu sein, sich ganz hinter seine Arbeit zu stellen und ihm- still und unbemerkt-dabei zu helfen. Schicksalhaft war dieser Lebensbund für sie, denn XX vondieser Stunde an waren nicht nur zwei Menschen für das Leben verbunden, son-Lebens
dern gleichzeitig das Schicksal der Frau mit der Arbeiterbewegung, mit
ihren Kämpfen, mit ihrem" Auf und Nieder", mit dem Internationalen Sozia-geistige/
lismus, dessen/ Träger aus aller Welt sie fast alle kennen lernte. Was immer