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sitzung ausfüllt, in der das Schicksal der Girondisten entschieden wird.Manon Roland sehen wir in ihrem beherrschenden Einfluss auf die Führerder Gironde , aber auch in dem Widerstreit zwischen Pflicht und Liebe,der ihr Inneres zerstört, aus dem Gefängnishaft und Tod auf dem Schaffottals die einzige Rettung erschien. Kein geringerer als Laube erkanntedie Bühnenwirksamkeit des Stückes. Er wollte es aufführen und leitetezu diesem Zweck Unterhandlungen mit dem Autor M.Kautsky ein/
in dem er schliesslich eine Dame kennen lernte. Zu seiner Ueberraschung.Die Verhandlungen zerschlugen sich, weil die Verfasserin die gewaltsamenStreichungen nicht zulassen konnte. Später fand sich keine Bühne mehr,die den Mut hatte, ein derartiges Revolutionsdrama auf die Bühne zu brin-gen.
Im Sommer 1879 ging Minna Kautsky zu einem längeren Aufenthalt nachHallstatt im Salzkammergut wo sie Gelegenheit warnahm, die Lage derSalzarbeiter zu studieren. Es war ein besonders intelligenter Schlagvon Arbeitern, die hier unter x entwürdigenden Bedingungen eine auf-reibende und gefährliche Arbeit zu verrichten hatten. Damals warHallstatt noch ein weltabgeschiedener Gebirgswinkel. Trotzdem hattensich hier schon freiheitliche Ideen auf religiösem und politisch- sozi-alem Gebiet eingenistet und ausgebreitet. Sie waren in den vierzigerund fünfziger Jahren durch den berühmten Bauernphilosophen Konrad Deubler angeregt worden, der sich eifrig bemühte, unter seinen Landsleuten Bildungund Aufklärung zu verbreiten.
In der Zeit der schwärzesten Reaktion
vertrieb er die damals verbotenen materialistischen und naturphilo-sophischen Schriften unter der Arbeiterschaft eine Kühnheit, die derfreie Sohn der Berge mit vier Jahren schweren Kerkers bussen musste.Diesem orginellen, materialistisch gesinnten Bauern und VolksmannFreund von Feuerbach und David Strauss , lernte Minna Kautsky in demnahen Goisern kennen und hochschätzen
den
Sie hat ihm später ein lite-
rarisches Denkmal gesetzt in einer sehr fleissigen Arbeit über dieVerhäдnisse der Staatsarbeiter im Salskammergut, sowie in einer aust-führlichen Besprechung des Dodelschen Buches über Konrad Deubler Einer grossen Zahl der prächtigen Arbeitertypen, die sie in Hallstatt kennen gelernt hat, begegneb wir in ihren späteren Romanen wieder, besondersin:" Die Alten und die Neuen"
XXXX 1881 erschien in der" Neuen Welt" Minna Kautskys erster grosserRoman" Stefan vom Grillenhof"den viele für ihr bestes Werk halten!!!
In der Tat strömt hier die Erfindung besonders reich und prächtig.Scharfe Streiflicher fallen auf die Entartung der oberen Gesellschafts-schichten. Was aber ausserdem dem Roman dauernden Wert verleiht, ist diekraftvolle realistische Schilderung der Greuel des Krieges von 1866die niemand ohne nachhaltige Erschütterung zu lesen vermag. In ihrerstrengen Sachlichkeit ist diese Leistung so erstaunlich, dass vorMinna Kautsky keine Frau auf diesem Gebiet etwas annähernd Gleichwertigesgeschrieben haben dürfte.
Von dem nächtigen Dunkel dieser Kapitel hebensich um so heller diejenigen ab, in denen die Verfasserin die Lichterihres schalkhaften Humors über Menschen und Situationen spielen lässt.1882 folgt der zweibändige Roman:" Herrschen oder Dienen". dessenKern ein Stück der Frauenfrage bildet:
herausgeschn
is geschnitten M. J.
1884 erschien der( schon erwähnte) Roman:" Die Alten und die Neuen."