Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
Keine Angabe
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Rosa

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Eine dieser Enttäuschungen war, als sie( unerhört in der damaligenZeit) 1898 die redaktionelle Leitung der" Sächsischen Arbeiterzeitung"übernommen hatte. Zwei bekannte Redakteure waren aus Sachsen ausgewiesenworden und hatten

( als Bedingung für weitere Mitarbeit an dem Blatt) ver-

langt, dass Rosa Kuxemburg die Leitung des Blattes übernähme. Es kam dannin der Folge zu einem grossen kollegialen Meinungsstreit, einer Art von" Rebellion gegen den unbequemen Chef".

" Die Parteiinstanz, die über die Zeitung zu bestimmen hatte, stelltedie Leiterin der Redaktion unter die Zensur ihrer Kollegen und

verweigerte ihr... das Recht, sich unter eigenem Namen

.../

gegen An-

griffe zu verteidigen. Sie waren verwundert, als Rosa Luxemburg

ihnen den Bettel vor die Füsse warf."

1899 wurde sie aufgefordert, in die Redaktion des" Vorwärts " einzutreten.Sie lehnte ab. Sie wollte nicht mit Wilhelm Liebknecht , vor dem sie, beieiniger politischer Gegnerschaft eine sehr grosse Achtung empfand, nichtin Konflikte geraten. 1902 wurde sie( zum hellen Entsetzen der bürgerlichen( redaktionelle

Presse) als Leiterin an die" Leipziger Volkszeitung " berufen, doch legte siewieder/auch diese Cheftätigkeit bald/ nieder/ Grund: Man wollte" der Frau" nichtdie gleichen Befugnisse einräumen wie es bei ihrem verstorbenen Vogänger

geschehen war.

Rosa Luxemburg wohnte in Berlin und arbeitete als freier SchriftstellerIhre Verbindungen mit den polnischen Sozialdemokraten hatte sie niemals auf-gegeben, sie fühlte sich in starkem Masse als Interpret der Erkenntnisse undAnschauungen, die( in Zusammenarbeit mit ihr) von dort kamen. Auch ihrX* XX** X Kampf mit dem Revisionismus ging durch die Jahre gleichmässigweigter, er brachte sie auch teilweise in eine starke Gemerschaft zu denGewerkschaften, spielte doch in diesem grossen theoretischen KAMI Streitdie Frage des" politischen Massenstreiks" eine grosse Rolle.

aber meisterhaften

Benedikt Kautsky sagt in seiner kurzen, aber meibiographischen Skizze über Rosa Luegen

Kautsky Seite 212/213:"..in ihren Artikeln sind gleichzeitig die Vor-züge und die Begrenzheit ihrer Fähigkeiten zu erkennen.......Keiner ihrer Gegner konnte ihr Scharfsinn und Wissen abspre-chen; dazu führte sie eine geschickte, wenn auch meist zu scharfe Feder.Die Rücksichtslosigkeit, mit der russische Revolutionäre ihre politischenStreitfragen auszutragen pflegten, findet sich auch bei ihr, und man wirdnicht behaupten können, dass dies eine Bereicherung der deutschen Partei-politik gewesen wäre. Aber empfindlicher noch war der Mangel an Verständ-nis für manche Seiten der europäischen Arbeiterbewegung, von der sie ebendoch nur Teile kannte. Das Wesen tief verwurzelter Demokratien blieb bliebihr stets fremd. XXXXк Die Bedingungen, etwa der englischen Arbeiter-bewegung schätzte sie daher falsch ein und versperrte sich damit denWeg zur richtigen Beurteilung der Aufgaben und der Tätigkeit der Gewerk-schaften überhaupt..

okem