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Sie
1919, als die Frauen zum ersten mal wählen und gewählt werden konnten,finden wir sie als Stadtverordnete in Berlin- Charlottenburg . 1920schickten sie die Wähler von Liegnitz - Görlitzin den Reichstag , dessenMitglied sie X bis zur Machtergreifung durch die Nazis blieb. Schonin der USPD gehörte sie zum Parteivorstand, nach der Vereinigung beiderFlügel wurde sie in den Vorstand der SPD gewählt.Selbstverständlichgehörte sie zur Arbeiterwohlfahrt, war dies doch ein Arbeitsgebiet, ganznach ihrem Herzen Wo sie nur Gelegenheit hatte, sagte sie, was sie dachte.In Jena , auf der bevölkerungspolitischen Tagung der Arbeiterwohlfahrt,rief sie den Teilnehmern zu, man solle über den körperlichen Leidender Frauen xxx auch ja an das seelische Leid denken, das sie durchzu-
stehen hätten.
Oemchen, wie ihre Kinder sie nannten, hat das Martyrium der Mutterganz auskosten müssen. Es war schon eine beispielhafte Lebensleistungdieser zarten Frau, ihre drei Kinder zu ernähren und zu guten Menschenzu erziehen. Man muss unwillkürlich an ein Bibelwort denken"" Es wirdein Schwert durch Deine Seele gehen....." Im und nach dem ersten Welt-krieg war ihr Aeltester lange in englischer Gefangenschaft und dann,als er wieder da war, bangte sie um seine verwundete Seele.Als Hitler antrat, erschoss er sich. Der zweite Sohn ist durch Hitler und seinenKrieg hilflos und krank, Oemchens Trost ist die beispiellos treue Frau,Zugleichdie ihn pflegt. Die geliebte Tochter Kameradin, mit der sie ge-in tiefster Zurante gezagenheidmensam die schwere Zeit durchgestanden hat, verlor im Grauen der Hitler-zeit den jüdischen Lebens kameraden, Oemchens ganzer Trost ist ihr Enkel,der in der Arbeiterbewegung zur hoffnungsvollen jungen Garde gehört.Ihr Häuschen im Osten Berlins lag in Trümmern, als der Hitlerspuk zuendewar, nur die Küche war leidlich bewohnbar, Sie bezog sie und bewies von1945 ab aufs neue ihre Treue und Ueberzeugung. Trotz östlicher Wohnzonealletleiund Versprechungen blieb sie bei der Sozialdemokratie. Sie wirkte alsStadtverordnete und später- nach der unheilvollen Trennung inzwei Teile arbeitete sie weiter im westlichen Berlin , blieb aber in Kö-lädierten/
penick in ihrem/ Häuschen wohnen. Auf dem Parteitag in Dortmund
der Partei/
hatten wir die Freude sie als Ehrengast unter uns zu haben. Wirwünschen der Jubilarin noch sorgenfreie Tage