Seite 4 Frauenbewegung im Rahmen politischer Parteien?
Auf dem wirtschaftlichen Sektor unseres Lebens ist die Gleichbe-rechtigung ebenfalls noch hart umkämpft. Der Ehefrau kann die Berufsaus-übung unmöglich gemacht werden, sie ist nicht selbständig.
Aber die Frauenberufsarbeit durchzieht heute unser ganzes gesell-schaftliches Leben." Gleicher Lohn für gleiche Leistung."-und-" Die gleichenAusbildungsmöglichkeiten für Mann und Fraue. Das sind alte gewerkschaft-liche Forderungen. Das sind auch seit jeher Forderungen der Frauenbewegung.Sehen wir uns um.Die Frauenlöhne betragen 2/3 bis 3/4 der Mannerlohne.Noch immer verweist man die Frau in die ungelernten und angelernten Berufe.Und in die Hauswirtschaft.
Das Letztere ist eine sehr schöne, sehr interessante und verantwor-tungsvolle Berufsaufgabe, die viel Nachdenken und die Anwendung von Ver-nunft erfordert, wenn sie volswirtschaftlich und privatwirtschaftlich ver-nünftig getan werden kann. Bei dem heutigen Stand unseres sozialen Zu-/ es/sammenlebens sollten/ sich Manner und Frauen zur Pflicht machen, auf die-sem Gebiet so vollkommen wie möglich zu werden und so kameradschaftlichwie nur möglich zusammen zu arbeiten.Besonders innerhalb der Ehe.Um dieLasten gerecht zu verteilen und die geistig- seelischen Frauenkräfte zurvollen Entfaltung zu bringen.----- Hat hier nicht die Frauenbewegungeine grosse und schöne sozialpädagogische Aufgabe?-- Oder glitten wirdamit inaus aus der heutigen Fragestellung in die private sphäre hine?Ich glaube nicht, es hängt doch alles sehr eng zusammen.
Schauen wir einmal ins Parlament. Ist dort Gleichberechtigung? Dasheisst sind die Frauen gleich stark an Einfluss? Und in den Möglich-keiten ihrer Wirksamkeit? In Bundestag stehen 37 weibliche, 383 mannlichenAbgeordneten gegenüber. Also: 10 mal ein männliches Hirn gegenüber einemweiblichen/. In den Landes- und Gemeindeparlamenten ist es ähnlich.Wenn wir uns die Besetzung in der offentlichen höheren Verwaltung ansehen,ist das Verhältnis noch ungünstiger.--- Aber--- die weiblichen Wählersind in der Mehrzahl. ---- Aber Scherz beiseite. Ich will nicht etwafrauenrechtlerisch polemisieren/. Das hatte weder Zweck noch sinn. Ich willmir auch nicht an die Gunst der etwa zuhörenden Männer verscherzen.