Lisbeth Kirschmann- Röhl
ein Leben voll Opfer und Begeisterung.
Nicht selten wird die Feststellung gemacht, dass unsere jetztigeGeneration von den Kämpfern und Kämpferinnen, die vor uns am Aufbauunserer Gewegung im Interesse der Bedrängten sich mühten, nicht vielweiss. Es lohnt sich die Erinnerung an die Vergessenen wieder wach zurufen. Sie soll uns Begeisterung geben für die Arbeit unserer Tage.Eine dieser Kapferinnen war Lisbeth Kirschmann- Röhl. Sie wäre, wennsie noch lebte, in diesem Jahre 60 Jahre alt geworden. Früh riss derTod sie aus ihrer erfolgreichen Arbeit. In kleinbürgerlichen Verhält-nissen aufgewachsen, begegnete sie sehr jung sozialistischen ideen,die sie begeisterten. Die Kleinstatt Landsberg a.d.W. war ihr zu engfür die neugewonnene Idee. Mit 16 Jahren ging sie nach Berlin , um sichihre neu gewonnene Anschauung zu erarbeiten. Die sozialistischeFrauenbewegung, die damals auf Grund des bestehenden Vereinsrechtesfür Frauen zwar verboten war, aber in Frauenbildungsvereinen arbeitete,bot ihr Gelegenheit hierzu. Es eröffnete sich ihr dort eine neueWelt, der sie sich voll und ganz ergab. Lernend und lehrend begann siesich zu entfalten. Noch 19 jährig war Lisbeth Röhl- danals nochLisbeth Gohlke geheissen- schon in die führenden Kreise unserer Parteiaufgerückt. Von hier aus trug sie ihr Teil zur Verbreitung und Vertiefungsozialistischen Gedankengutes, besonders unter den Frauen, bei.Das Jahr 1913 brachte sie in! s Rheinland . Am Oberrhein war das politischeInteresse der Frauen noch wenig wach, noch weniger aber das für soziali-stische Ideen. Lisbeth Kirschmann- Höhl bekümmerte dies wenig. siemachte sich an die Arbeit und fand ein reiches Betätigungsfeld.Ihre innere Heiterkeit und Ausgeglichenheit im Umgang mit Menschenhalfen ihr viel dabei. Bald konnte durch ihre entscheidende Mitarbeitdie& Lage der Heimarbeiterinnen im Schneiderhandwerk wesentlich ver-bessert werden, sehr bald Frauen für unsere Partei interessiert werden.Sie arbeitete in der Sozialdemokratischen Partei, Gewerkschaft, derPresse. Sie gab eine Frauenbeilage der Rheinischen Zeitung heraus,war Mitarbeiterin an der" Gleichheit", machte für diese eine Mode-und Haushaltbeilage und schrieb Tagebuchblätter für sie.Die Grindung der Arbeiter- Wohlfahrt im Jahre 1919 liess xien LisbethKirschmann- Röhl sich besonders entfalten. Hier war sie mit agaierungzBegeisterung dabei und war ihre wärmste verfechterin. Intensiv und