Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
Keine Angabe
Einzelbild herunterladen
 
  

wirtschaftspolitischer Instrumente gilt daher nach wie vor dieal te Schillersche Forderung:' Bei dem, der( mit Vollzugsverbind-lichkeit) planen will, hat die Beweislast dafür zu liegen, dassdie Kräfte des Wettbewerbs in einem bestimmten Fall nicht ausrei-chen!' 1

-

" Jene Tagungsteilnehmer, die zwischen Schiller und Erhard Überein-stimmung festzustellen suchten- teils, um der SPD ein Komplimentzu machen; teils, um die SPD erst recht als unglaubwürdig betrach-ten zu können-, hatten es bei Schillers Absage an die Planifika-tion natürlich am leichtesten. Aber es fehlte selbst in diesemZusammenhang nicht an bezeichnenden Unterschieden, zumindest, so-weit der Wirtschaftsminister und nicht der Ideologe Erhard berührtwar. Schiller bekannte sich nämlich eindeutig zur volkswirtschaft-lichen Gesamtrechnung und zum National budget als Mittel voraus-schauender Erfssung aller grossen Posten im Kreislauf der Volks-wirtschaft, zu Mitteln also, deren Wert der WirtschaftsministerErhard bisher offensichtlich nicht hoch einschätzte."" Dass der SPD auf diesem Gang Knüppel zwischen die Beine geworfenwerden, zeigte sich auch daran, dass der ehemalige Staatssekretärim Bundesministerium der Finanzen, Professor Hettlage, mit Erfolgveranlasst werden konnte, seine bereits angekündigte Mitwirkungals Referent kurzfristig abzusagen. In ähnlicher Weise war derErste Präsident der Deutschen Bundesbahn, Professor Oeftering,daran gehindert worden, im Februar bei der VerkehrspolitischenKonferenz der SPD zu sprechen...

( Zitate aus" Von Godesberg überEssen nach Bonn ?" von Hans-Ulrich Spree in" Der Volkswirt"Nr. 41, 11. Oktober 1963,S. 2332 ff)

***

" Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sucht das Gespräch' mit allen Schichten unseres Volkes'. Im Städtischen Saalbau zuEssen war nun' die Wirtschaft dran', wie der SPD - Pressedienstschrieb. Vor prominenten Vertretern aus Industrie und Handel ent-wickelten die wirtschafts- und finanzpolitischen Experten derPartei ihr Programm, wobei das Referat von Professor Karl Schiller Aufsehen erregte.' SPD - Wirtschaftspolitik in Erhards Gleisen', solauteten die Presseschlagzeilen. Oder:' SPD - die beste CDU, diees je gab. Tatsächlich sind die Ausführungen des Berliner Wirt-schaftssenators, der neben Dr. Deist zu den profiliertesten wirt-schaftspolitischen Köpfen der SPD zählt, vielfach als geradezusensationell empfunden worden. Insbesondere seine Absagen an diefranzösische Planifikation und sein Bekenntnis zur Wettbewerbs-wirtschaft sind als ein kompromissloses Einschwenken der Sozial-demokraten auf die Linie Erhardscher Wirtschaftspolitik gewertetworden. Dass sich Professor Schiller ebenso entschieden für monetäreund fiskalische' Globalsteuerung' sowie für eine' Wohlfahrtspolitik'einsetzte, ist in diesem Zusammenhang übersehen worden. Sein Plä-doyer für die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung hat überdies

13-