Anna Blos schreibt in ihrem Teil:( Parteitag Gotha , 1896, auf demClara Zetkin ihr grosse Referat gehalten hat) Es kam zu Auseinander-setzungen wegen" Bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung.Clara Zetkin wurde der( später oft wiederholte) Vorwurf gemacht, Gleichheitnicht populär genug. Referat zu wissenschaftlich. Henritte Fürth war an-wesend.Fürth , wörtlich aus Blos:" Einen scharfen Angriff erfuhr das Referat derGenossin Zetkin von der heute noch lebenden und Tätigen Genossin Henriette Fürth , in Frankfurt am Main , die sich ausdrücklich als Sozialdemokratinbezeichnete. Sie suchte nachzuweisen, dass viele Forderungen auch von demradikalen, linken Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung vertreten würden.Sie betonte den Standpunkt, dass," nur revolutionär sein"dahin führe,
dass man nicht über die engen Schranken des Klassenstandpunktes und derKlasseninteressen hinaus käme. Der Sozialismus müsse sich gegen alleKlassen durchsetzen, müsse versuchen, alle Klassen zu erobern, zu durchdringen,über sie emprorzusteigen.
Clara Zetkin stellte sich in ihrer Antwort auf den Standpunkt, den sienie aufgegeben hat, ein Zusammengehen wäre Harmonieduselei. Die Befreiungder proletarischen Frau müsse das Werk der Proletarierinnen selbst sein.Das grundsätzlich und hauptsächlich Trennende überwiege das Praktischeund nebensächlich Gemeinsame.
Solche Polemiken finden sich im Laufe der Jahre wiederholt. Henriette Fürth ist heute eine tätige und geschätzte Parteigenossin, die viel prak-tische Arbeit leistet--- Clara Zetkin hat den Weg zu den Kommunisten ge-nommen, folgerichtig ihrer Natur und ihrer Einstellung gemäss. Aber vielepraktische Arbeit, die sie mit ihrer grossen Begabung, ihrem reichenWissen hätte leisten können, blieb ungetan.