Aufreibend waren die Agitationsfahrten jener alten Genossinnen in einerZeit, da man Sozialdemokraten oft genug mit Räubern und Landstreichernauf eine Stufe stellte---- EXXX erst allmählig besserten sich die Ver-hältnisse. Und doch mochten die alten Kupferinnen diese schweren Kampf-zeiten in ihrem Leben nicht missen. Mochte es noch so strub hergenehen,immer wieder begeisterten sie sich für die grosse geschichtliche Aufgabeder Sozialdemokratie.
Im Jahre 1908 als endlich die gesetzliche Möglichkeit dazu bestand,wurde XXXXXX Louise Zietz als erstes weibliches Mitglied in den Vor-stand der Deutschen Sozialdemokratie gewählt, dessen Sekretärin siewurde. Ihrem unermüdlichen Fleiss verdankt die Sozialdemokratie eineFulle von Broschüren und kleinen Agitationsschriften.
Bei der Spaltung der SPD , 1917 trat Louise Zietz der Unabhägigen Sozial-demokratie bei( USP) Es gab für Louise als internationale Sozialistinkeinen anderen Ausweg aus den schmerzlichen Konflikten, die sich für alleKriegsgegner aus der Burgfriedens- und Durchhaltepolitik der Parteimehrheitergaben, die allen diesbezüglichen Beschlüssen XXX imternationalerParteitage straks zuwiderlief. Als dann während des Weltkrieges überdem Getümmel noch schwach, aber doch dem Feinhörigen noch vernehmbar, dieersten Stimmen ertönten, die der Friedenssehnsucht aller Völker Ausdruckgaben, schöpfte Louise neuen Mut und neuen XXX Kampfeswillenauf den internationalen Zusammenkünften in Zimmerwald Stockholm .Dann kam der Zusammenbruch Deutschlands am 9. Nov. 1918. Die Frauenbekamen das Stimmrecht, für das Louise in Wort und Schrift stets geworbenhatte. Es war selbstverständlich, dass sie unter den ersten Frauen war,die ins Parlament einzogen. Sie gehörte der Verfassunggebenden DeutschenNationalversammlung und später dem Reichstag an, als Mitglied der USPD .Immer hatte sie Raubbau mit ihren Kräften getrieben, die nun zu versagenbegannen, als ein schweres Nierenleiden sie erfasste. Aber noch immer zwangsie Körper und Geist das Aeusserste an Anstrengungen ab, bis sie
AXZX am 27. Januar 1922
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im Plenarsaal des Reichstages zusammen brach. Es war ein Schlaganfalldem sie wenige Stunden später erlag. So endete ein Leben, das bis zum letz-ten Hauch der Arbeiterbewegung geweiht war.