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Das Denkmal der unbekanntenProletarierin
Die Sudetendeutsche Arbeiterinnenbewgung bis zum WeltkriegKarlsbad 1937 Druck- und Verlagsanstalt GRAPHIA, Karlsbad Verlag des Parteivorstandes der Deutschen SozialdemokratischenArbeiterparte in der Tschechoslovakischen Republik
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Um 1890 waren auch im alten Oesterreich die notwendigen objektivenVoraussetzungen für die Entstehung einer sozialistischen Arbeiterin-nenbewegung vorhanden--- es bedurfte nur noch der Frau, die genugZuversicht, Zähigkeit und mitreissende Kraft besass, um die derErweckung harrenden Klassengenossinnen zu sammeln, ihrem unklarenMurren Willen und Richting zu geben und sie der grossen allgemeinenBewegung am rechten Platz einzuordnen.
Sie tauchte, als die Zeit schon förmlich nach ihr schrie, plötzlichaus dem Nichts dunkelster Namenlosigkeit auf, war ein blühendfrischesund bildhübsches ArbeitermädelArbeitermädel in den ersten zwanziger Jahren
Sie konnte und wusste just XIX soviel, als man damals bei Ver-sammlungen im neugegründeten Wiener " Arbeiterinnenbildungsverein"und aus Zeitungs- und Broschürenlektüre lernen konnte;
dem Augenblick an
da sie zu Pfingsten 1891 als Gast des zweitenA Oesterreichischen Parteitages aufstand, um
aber von
den versammelten Männern den besonderen materiellenund geistigen Notstand der Arbeiterinnen zum Be-wusstsein zu bringen, galt sie, was für ihre angeboreneFührersendung zeugt, als die berufene Sprecherin der sozi alistischen Frauen.
Sie gab sofort ihr Bestes her, um sich dieser Einschätzung würdigzu erweisen,--- um Zoll für Zoll--- mit der Grösse ihres Wirkungs-kreises zu wachsen.- Beweis und Denkmal dessen ihr ureigenstesWerk, die oesterreichische Frauenbewegung
Als Adelheid Popp , wie sie seit ihrer Vermählung mit dem ParteikassierJulius Popp - in den Dienst der Bewegung eintrat, war noch so gut wiealles zu tun.
In grösseren Industrie orten hatten sich Frauen den Bildungs- undGewerkschaftsvereinen angeschlossen. Hier und dort gabe es eine eigeneFrauengruppe(--- Seite 99---) Doch war die Zahl der" Organisierten"gering. Sie standen in keiner Verbindung zueinander.---- Siehatten noch keine klare Vorstellung über die besonderen Notwen-digkeiten und Aufgaben der Frau im Klassenkampf.--- Die männlichenSchicksalsgenossen tappten ebenfalls noch im Dunkel.
Adelheid: erste Notwendigkeit ist Stätte der Aussprache. ----über Note, Bedrängnisse, Kämpfe.Fortschritte-- über sich selber insreine kommen.--- Aufgaben und Ziele stellen und abgrenzen.----
Aufruf zur
2.Oktober XXXXX 1891--- Aufruf in ArbeiterzeitungGründung einer" Arbeiterinnenzeitung"--- 1. Januar 1892( zunächstals Beilage der" Arbeiterzeitung) folgte bald die Halbmonatsschrift.Das war Geburtsstunde der Arbeiterinnenbewegung/ Die grundsätz-lichen Artikel des Blattes( Forderungen der Frauen in Gesellschaft,
( Wirtschaft, Staat)
wurden angemeldet. Tastend ging man den Problemen nach:" Frau undSozialismus" Frau und Partei" Frau und Gewerkschaft". DadurchRichtung in die Bewegung. zeitkritische Aufsätze haben denkendeFrauen sehen gelehrt------ Berichte haben ihnen gezeigt, wie furcht-bar sie ausgebeutet wurden------- Blick auf Gesamtheit gerichtet----Arbeiterinnenzeitung zuerst harter Kampf---- nach aussen und innen---keine eingearbeiteten Frauen---- MN Männer musste redigieren.-----