Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
Keine Angabe
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Im Anschluß an Düsseldorf konnte ich Kaiserswerth besuchen, wo einegroße berühmte Diakonissenanstalt ist, verbunden mit Schulen, Kranken-häusern, Mädchenheimen usw. Ich sprach zu den Oberklassen der Höhe-ren Mädchenschule, in der hauswirtschaftlichen Oberschule und in dreiender Mädchenheime( zudem in einem weiteren in Düsseldorf ), überallwurde Literatur verteilt.

Außerdem sprach ich auf einer Zusammenkunft aller Fürsorgerinnenin Düsseldorf , wo sich auch eine bemerkenswerte Diskussion entwickelte.Hier, wie unter den Fürsorgerinnen anderer Städte, fühlte man sehrstark, daß etwas in der Alkoholfrage geschehen müsse, und daß dieaugenblicklichen Gesetze geändert werden müßten. Gewöhnlich wird beisolchen Gelegenheiten die Feststellung gemacht ,,, daß wir es den Ameri-kanern verdanken, daß unser Alkohol- Problem so groß ist und daß dieGesetze so locker sind, da sie auf der Gewerbefreiheit bestehen, wodurchjedermann zu jeder Zeit und fast an jedem Platz Alkohol verkaufen darf".Aus dieser Zusammenkunft heraus hatte ich eine Besprechung mit derOberfürsorgerin, welche einwilligte, daß unsere Literatur in den Mütter-beratungsstellen verteilt wird.

Die Soziale Frauenschule in diesem Gebiet liegt in Düsseldorf , und ichbekam die Erlaubnis, zu den Schülerinnen des letzten Jahres zu sprechen.Sie sind natürlich junge Frauen mit starkem Sinn für soziale Arbeit, undin Verbindung mit ihrem hohen Grad der Ausbildung haben sie schoneine beträchtliche Menge praktischer Arbeit geleistet. So zeigte es sichin der Diskussion, daß jede von ihnen der Trunksucht in ihrer praktischenArbeit begegnet war. Wiederum war der Gedanke, persönlich das Trinkenaufzugeben, ihnen noch nicht gekommen. Aber ich glaube, sie werdendieser Seite in ihrer Einstellung jetzt mehr Beachtung schenken. EineHöhere Mädchenschule wurde aufgesucht, wo eine Gruppe junger Mäd-chen besonders interessiert war, und hoffentlich wird es möglich sein,mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Auch erhielt ich Erlaubnis, zu Gruppen in Lehrlings- und Jugendhei-men zu sprechen, auch in einem Heim für berufstätige Mädchen. Überallfanden lebhafte Diskussionen statt, die starkes Interesse am Alkohol-problem im allgemeinen zeigten, aber schwierig ist dabei, daß die mei-sten dieser Jugendheime Alkohol verkaufen, nämlich Bier. Die Leitungenhatten die Ansicht, daß es für die Jungen besser wäre, ihr Bier im Heimunter ihrer Aufsicht zu trinken, als sie zu zwingen, in die Restaurantsund die Kneipen zu gehen.

Von Weihnachten bis Ostern besuchen die Jugendlichen, welche dieSchulen verlassen werden und Protestanten sind, den Konfirmanden-unterricht, und ich war froh, Gelegenheit zu haben, in 4 verschiedenenKonfirmanden- Klassen zu sprechen. Ich finde es sehr wichtig, daß unserKampf gegen den Alkohol entschieden verbunden ist mit christlicher Ar-beit und Kampf gegen das Böse. Diese Gelegenheit, zu Jugendlichen zu

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