Im Anschluß an den Besuch der Frauengruppen an den vorerwähntenOrten wurden auch solche in Hagen besucht, entweder in kirchlichenoder anderen Organisationen. Etwa 10 Gruppen wurden besucht und 9Mitglieder gewonnen, auch eine ganze Anzahl Frauen zum erstenmal anunserer Arbeit interessiert, und ich glaube sicher, daß einige von ihnensich uns später anschließen werden.
Mangels Räumlichkeiten trafen sich einige Frauenorganisationen ineinem Restaurant oder einer Gastwirtschaft, und mehr als einmal hieltich meine Ansprache in einem Raum voll von Frauen, von denen viele einGlas Bier oder Wein auf dem Tisch vor sich stehen hatten.
Ich hatte Gelegenheit, die Suchtgiftstelle in Hagen zu besuchen. Esinteressierte sie hauptsächlich, über unsere Arbeit in anderen Ländernund über die Tagung in Vancouver zu hören. Auch in Hamm besuchte ichdie Hauptgeschäftsstelle. Die„, Weiße Schleife" ist aktives Mitglied dieser
Organisation.
Eine andere wichtige Gruppe war die der Fürsorgerinnen in Hagen . Siestimmten mir auch zu, daß der Alkohol eine große Rolle bei den sozialenFragen heute spielt, und daß seine Auswirkungen in ihrer Arbeit deutlichwerden, aber wiederum sind sie persönlich nicht darauf vorbereitet, ihnaufzugeben. Gerade jetzt waren sie wieder besonders beunruhigt überAlkoholfrage und Jugend, da es dem Höhepunkt der Karnevalszeit zu-ging, und ,, Karnevalszeit ist eine schreckliche Trinkzeit". Deswegen gebensolche Leute wie Fürsorgerinnen, Lehrer und Organe der Stadtverwal-tungen eifrig Verwarnungen heraus bezüglich des Trinkens Jugendlicherwährend der Karnevalszeit, aber anscheinend erkennen sie nicht diezwingende Notwendigkeit zu einer positiven und konkreten Aufrollungder Frage. Obgleich viele von ihnen die Notwendigkeit zugeben, gesetz-lich eine bessere Kontrolle des Alkoholtrinkens zu erreichen, scheintdoch niemand eine wirkliche Anstrengung zu machen.
Auch den Pfarrern wurden Besuche abgestattet, hauptsächlich in Be-zug auf ihre Frauengruppen, und eine wertvolle Diskussion fand statt mitder Führerin der evangelischen Mädchenarbeit. Dies entsprang aus mei-nem Besuch und meiner Besprechung mit den Fürsorgerinnen, und siemeinte, daß die Alkoholfrage vielleicht mehr mit den Diakonissinnenund den Leiterinnen der Mädchengruppen der Kirchen besprochen wer-den müßte. Sie hat regelmäßige Zusammenkünfte für diese Diakonissin-nen und Leiterinnen, und sie lud mich ein, später auf einer solchen zusprechen. Dieses würde sich als sehr wichtig erweisen, denn es bedeutet,daß wir durch diese Gruppe Zugang zu den Mädchengruppen an ver-schiedenen Kirchen bekommen, welche Gruppen wir ganz besonders an-zusprechen wünschen.
Ich setze meine Arbeit in Hagen und Umgebung fort und werde inmeinem nächsten Bericht weiteres darüber mitteilen.
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