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GEDENKBLATT
FRAU
Gisella Teleky
GESTORBEN 17. JÄNNER 1954
Gisella Hoffmann wurde am 21. Juni 1874 in einem kleinen slowakischen Dorfe geboren, indem ihr Vater als Prokurist einer großen Holzhandelsfirma tätig war. Ihre Erziehung er-hielt sie vor allem von einer deutschen Gouvernante, einer Dresdnerin, die die wohlhaben-deren Familien des Ortes engagiert hatten. Als sie 15 Jahre alt war, übersiedelte sie mitden Eltern nach Wien . Bald danach lernte sie einen entfernten Verwandten, den um zweiJahre älteren Ludwig Teleky kennen, und es entwickelte sich zwischen ihnen eine innigeFreundschaft. Als sie 17 Jahre alt war und er ein 19jähriger Student der Medizin, standbei beiden fest, daß sie einander heiraten würden. Dieser Plan war den beiderseitigenEltern keineswegs erwünscht, insbesondere seinem Vater nicht, weil er für seinen Sohneine wissenschaftliche Karriere ersehnte und der Meinung war und für diese sprachvielfache Erfahrung daß ein junger Arzt, der heiratet, jedes wissenschaftliche Inter-esse verliere und nur trachte viel Geld zu verdienen, um den Wünschen seiner Fraunach Toiletten und Geselligkeit entsprechen zu können. Nach Überwindung aller Wider-stände heirateten sie im Jahre 1898.
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Der jungen Frau lag nichts an Toiletten und Geselligkeit. Sie wollte mit ihrem Mann lebenund arbeiten. Die Redaktionen von Fachblättern beanstandeten bei seinen ersten Arbei-ten die kaum leserliche Schrift: so schrieb Frau Teleky die Arbeiten mit ihrer klaren Schriftins Reine. Später schrieb er seine Arbeiten in Gabelsberger Kurzschrift. Sie erlernte dieseKurzschrift und schrieb dann seine in Kurzschrift geschriebenen Arbeiten auf der Schreib-maschine. Alle seine Arbeiten und Briefe, die nicht rein amtlichen Charakter hatten unddeshalb von beamteten Sekretärinnen geschrieben wurden, einige hundert Arbeiten, kleineAufsätze und Bücher hat Frau Teleky auf der Schreibmaschine geschrieben. Und ebensowar es mit den Briefen. Aber sie war keineswegs nur Abschreiberin, sie war Beraterinund Verbesserin. Bei den Briefen beanstandete ihr feines Taktgefühl manchmal eineRedewendung, bei wissenschaftlichen Arbeiten beanstandete sie Unklarheiten und Längen.