Akte 
Manuskripte und Material zur Geschichte der Frauenbewegung
Entstehung
Keine Angabe
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Es ist allgemein üblich, daß, wenn jemand die Geschichteeiner Wissenschaft oder einer Einrichtung betrachten will, ermöglichst weit zurückgeht, womöglich ins alte Assyrien oderÄgypten , zum mindesten aber bis ins klassische Altertum.Solch eine Betrachtung finden wir auch in HUEPPES ,, ZurGeschichte der Sozialen Hygiene"( Handbuch der sozialenHygiene, Bd. I). Ich habe solcher Betrachtungsweise nie Ge-schmack abgewinnen können. Was mir interessant erscheint,ist nicht, ob ein Mann irgendwo und irgendwann Ähnlichesgedacht oder geschrieben hat, oder ob irgendwo und irgend-wann meist unter ganz andern äußeren Verhältnisseneine ein wenig ähnliche Einrichtung geschaffen wurde. Mirerscheint wichtig und interessant nur der Augenblick, in demeine große schriftstellerische oder Forschungsarbeit wenigstensin den Hauptzügen die Anschauungen darlegte und die Auf-fassungen vertrat, die gedanklich der späteren Neuschöpfung

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zugrunde liegen, und weiter dann die ersten Versuche, aufsolchen Auffassungen fußend Einrichtungen zu schaffen.

In der sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge müssenwir zu den ersteren rechnen: Die Forschungen VIRCHOWs überden Typhus in Oberschlesien , die Zeitschrift S. NEUMANNS,, Medizinische Reform" und auch noch dieReform" LENNHOFFS in ihren ersten Jahren. Der erste große,, MedizinischeTheoretiker der sozialen Hygiene in Deutschland war A. GROT-JAHN, neben ihm A. GOTTSTEIN.

Die Tuberkulose wollte man in Deutschland zunächst vonder therapeutischen Seite her bekämpfen. Es wurde 1895 dasDeutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten"gegründet. In Frankreich entwickelte CALMETTE- Lille 1899seine Pläne einer Fürsorgestelle, schuf 1901 eine Tuberkulose-fürsorgestelle in Lille . Erst später nahm das deutsche Zentral-komitee die Fürsorge für Tuberkulöse in sein Programm auf,