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nis angepasste Antwort. So habe ich ihn einmal gefragt, warum er,nachdem das grosse Haus am Markt nun endlich fertig sei, noch immer keinGeld übrig habe, damit die Mutter mir neue Stiefel kaufen könne. Auch daleuchtete mir seine Antwort so vollkommen ein, dass ich ihn verstand. Ichhätte ihn gegen jeden Vorwurf verteidigt, hätte ich je Gelegenheit dazugehabt. Später habe ich wohl gemerkt, warum die anderen Kinder unseresHauses und aus der Nachbarschaft Furcht vor ihren vätern hatten. Manch-mal hatten sie getrunken, manchmal hatten die Kinder auch Strafe zu er-warten, weil die Mütter ihnen gedroht hatten, es dem Vater zu sagen, wennsie etwas verpext hatten, und dann setzte es Schläge. Das kannten wirnicht. Vater schlug weder ein Kind noch einen Lehrbuben, er war dazu ein-fach nicht fähig. So hat meine Mutter es im Zorn öfter bei einem" Katzen-kopf" bewenden lassen. Sie wusste genau, dass es gar keinen Zweck hatte,etwa am Abend noch über uns Kinder, über Otto und mich, zu lamentieren,wie sie es wohl auch zu Anfang versucht hat. Auch das fand sie spätergut so.
Meine Mutter war bei allem Pemperament, im Gegensatz zu dem sonnigerenVater, eine schwerblütige, ernste Frau. Sie stammte aus Tagelöhnerkrei-sen vom Lande, aus der Neumark . Ihr Vater, so erzählte sie mir, sei Kuh-hirt auf einem grossen Gut gewesen. Meine Grossmutter hätte sehr schwerund hart mitarbeiten müssen, nicht nur, weil d** x* x* x* x* x* x* x* x* x***************** die Bedürfnisse der Familie es erforderten, sondern auch,weil der Grossvater verpflichtet gewesen wäre, mindestens eine Arbeits-kraft für das Gut zu stellen. Überhaupt gehörten Frauen und heranwachsen-de Kinder gewissermassen dem Gutsherrn. Bei den Gesprächen mit meinerMutter hatte ich oft das Gefühl, als wären da noch alte Reste der längstaufgehobenen Leibeigenschaft in ihrem Unterbewusstsein wirksam. Es warin ihr eine seltsame Mischung aus rebellischem Geist, durchaus selbstän-digem Denken und Handeln, und aus diesen Gefühls resten einer von mir nichtverstandenen Vergangenheit.- Aber es war schon so, dass in der preussi-schen Gutsverfassung von damals der Gutsbesitzer noch bestimmte Rechte,allerdings auch gewisse Pflichten hatte. So war er zum Beispiel verpflichtet, für seine alten und kranken Tagelöhner zu sorgen. Ob und wie er je-weils diesen Verpflichtungen nachkam, ist eine Frage für sich. Aus derErinnerung der Erzählungen meiner Mutter kann ich ein Beispiel nennen:die älteste Schwester meiner Mutter, mit einem Gutsarbeiter auf dem glei-chen Gutshof verheiratet, wurde früh Witwe und relativ zeitig auch ar-beitsunfähig. Der Gutsherr, ihr augenscheinlich ganz wohl gesonnen, be-liess sie- zusammen mit ihrer halberwachsenen und ebenfalls auf dem Gut