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ihrem
Marie Gohlke>
Zum ersten Male in Mxxiak Leben stand xix Problemen gegenüber, xit de-nen sie noch nie begegnet war, zumindest nicht in dieser Form des ei-genen Miterlebens. Alles, was sie bisher gelesen und gehört hatte übersoziale, wirtschaftliche und klassenkämpferische Fragen und Zusammen-hänge, war Theorie gewesen, die sie nach gründlichen Durchdenken auf-nahm und zur eigenen Erkenntnis machte. Und jetzt gerieten diese theo-retischen Erkenntnisse in Widerspruch zu den Schlussfolgerungen, diesie aus den Ereignissen in der Fabrik ziehen musste. Sie fand es nichtnur richtig, sondern sehr vernünftig, dass ein Gesetz erlassen wurde,das die Nachtarbeit für Frauen untersagte. Dieses Gesetz war also kei-neswegs arbeiterfeindlich. Aber waren es nicht die Folgen des Gesetzes?Wurden davon nicht viele Frauen betroffen, die mithelfen mussten, dieFamilie zu ernähren und die nun auf die Strasse gesetzt wurden?Zu Hause konnte sie sich nicht mit Vater und Mutter darüber unterhal-ten. Ihre Eltern waren keine" Proletarier", sondern Landbewohner, diein die Stadt gekommen waren, um sich als Handwerkerfamilie niederzu-lassen. Die nicht immer erfreuliche wirtschaftliche Situation deg Va-ters, die beengten Wohnverhältnisse der Familie Gohlke in Dachgeschos-trotzdemsen und die Einschränkungen im täglichen Leben hatten bei den Elternniemals die Meinung aufkommen lassen, sich dem Arbeiterproletariat inirgend einer Form zugehörig oder verbunden zu fühlen. Anders war es mitMaries Bruder Otto, der nur unklare Vorstellungen von der Zeit hatte,da seine Eltern auf dem Lande lebten, der schon in der anwachsendenKreisstadt Landsberg xx* x* x* x* x* x grossgeworden, xxx beruflich ausge-bildet und jetzt als Zimmerarbeiter tätig war. Mit ihm konnte sich Ma-rie über alles, was ihr unklar war, unterhalten. Ihn konnte Marie fra-gen, was mit den Familien geschehen würde, wenn die Frauen keine Arbeitmehr hätten, wovon sie leben würden, was mit den Kindern geschehen wür-de. Sie konnte ihn auf Widersprüche aufmerksam machen, die nach ihrerMeinung in diesem Gesetz lagen, dass nämlich viele der betroffenen Frau-en sozialistisch denken, dass sie aber auch wüssten, dass die Sozial-demokraten sich für den Erlass dieses Gesetzes eingesetzt hätten unddeshalb den politischen und sozialen Zusammenhang nicht mehr verstehenkönnten und irre würden an ihrer eigenen sozialistischen Auffasssung.Otto versuchte, seiner Schwester klarzumachen, dass durch die Industri-alisierung der Wirtschaft soziale Probleme entstehen, die unbedingt vonStaats wegen gelöst werden müssten, und dass deshalb die Sozialdemokra-ten ganz klare Forderungen stellten, nämlich Umwandlung des kapitali stischen Eigentums in gesellschaftliches Eigentum, also Beteiligung derArbeiterschaft an den Produktionsgewinnen und damit soziale Besserstel-lung des Arbeiters.
Trotz ihrer fünfzehn Jahre xxxxxкiя versuchte Marie, so viel wie
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