Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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im Elternhaus, bei der zum Schluss Vater Gohlke das Wort führte undkurzerhand se entschied, dass Marie mit den beiden Kindern und natür-lich mit ihrer Nähmaschine- nach Berlin führe, sich einige Zeit dorteinlebe und einarbeite, und dass Elisabeth dann nachkommen würde. Va-ter Gohlke stellte alles viel einfacher und leichter dar, als es in Wirk-lichkeit war, und Marie kannte seine Gründe. Sie war hellhörig und sen-sibel genug, brauchte also" den Ernstfall" nicht auszusprechen, an denVater Gohlke dachte, als er meinte, dass man ja in wenigen Stunden mitder Eisenbahn von Berlin nach Landsberg fahren könne. Dann ging al-les andere sehr schnell:

" Es war unser Ziel, wirtschaftlich Fuß zu fassen, und ich machte mirkeinerlei Illusionen. Ich hatte die Sorge für meine beiden Kinder undwusste, dass es schwer sein würde.

Zuvor hatten wir noch vertrauensvolle Aussprachen mit unseren Freunden,weil wir in Berlin einen Weg finden wollten, um uns der sozialistischen Bewegung anschliessen zu können. Keiner der Männer wusste aber richtigBescheid, wie es anzufangen sei. Einer gab uns eine Empfehlung an eineFrau mit, Ida Altmann , die sozialwissenschaftliche Mitarbeiterin derGewerkschaften war."

Im Frühling des Jahres 1906, nachdem Marie gerade 27 Jahre altgeworden war, packte sie ihre wenigen Sachen zusammen und fuhr nachBerlin , wo Bruder Otto schon alles für ihren Einzug vorbereitethatte: Betten für sie und die Kinder waren da, Schrank und Kommo-de, und ein schöner grosser Tisch, an dem sie arbeiten konnte. Auchdie Nähmaschine bekam einen guten Platz am Fenster. Otto hatte sichauch schon nach Arbeit für Marie umgesehen. Im gleichen Hause wohn-te eine Wäsche- und Kleidernäherin, die eine gelegentliche Hilfs-kraft gut gebrauchen konnte. Marie war dadurch nicht an icerdanwhen Arbeitsplatzgebunden, konnte in ihrem schönen grossen Zimmerihrenähen und sich unka Kinder kümmern, die während ihrer gelegent-lichen Abwesenheit von der Schwägerin Eveline gut versorgt wurden.Elisabeth hatte es nicht lange alleine in Landsberg ausgehalten.Wenige Monate später kam sie ebenfalls nach Berlin . Obwohl nun vierPersonen in dem Zimmer zusammenleben mussten, war es nicht eng undunfreundlich. Ma rie und Lisbeth hatten von ihrer Mutter gelernt,wie man sich wenn auch bescheiden, so doch hübsch und mit gerin-einrichten kann.

gen Mitteln

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Jud- zeit