Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Etwas später, auf dem auch sonst ausserordentlich bedeutsamen Ge-werkschaftskongress in Hamburg ( 1908) wurde eine Resolution zu dieserFrage beschlossen. Die Förderung der Dienstbotenorganisation solltedurch die Gewerkschaftskartelle erfolgen. Eine Konferenz der Dienst-boten sollte einberufen werden.

Zu dieser Zeit hatte auch der Kampf der Arbeiterbewegung gegen dasDreikassenwahlrecht einen zeitweiligen Höhepunkt erreicht. Im Novem-ber 1907 fand in Berlin ein Parteitag für Preussen statt, auf dem..der Wahlrechtskampf naturgemäss eine stärkere Berücksichtigung findenmusste.- Sc hon auf dem bereits erwähnten Essener Parteitag war zumpreussischen. Dreiklassenwahlrecht und zu den Preussenwahlen Stellunggenommen worden.

Die ausserordentliche sozialdemokratische Frauenkonferenz, die pa-rallel zum Preussen- Parteitag zusammengetreten war, gab der Frauen-bewegung einen starken Auftrieb. Die Bewegung gewann an Ausdehnung, xxaber auch an innerem Gehalt. Die Frauenzentrale entfaltete eine leb-hafte Tätigkeit, gab Zirkulare heraus, schaltete sich bei der Einbe-rufung der Versammlungen ein, und arbeitete mit der Parteileitungeng zusammen. Die wirklich riesigen Versammlungen und Strassende-monstratopnen fanden unter stärkster Beteiligung der Frauen statt.Überall wurde das Frauenwahlrecht gefordert und auch von Frauen- Red-nerinnen begründet. Die Frauenfunktionärinnen und Rednerinnen beka-men, unter anderem Material, auch die Broschüre von Klara Zetkin ' DasFrauenstimmrecht( auf einem Parteitag hatte sie in einem gross ange-legten Referat über dieses Thema gesprochen, der Vortrag wurde alsBroschüre herausgegeben). Dieser Vortrag war uns, dem Nachwuchs, fürlange Zeit eine wichtige und ständig benutzte Quelle für unsere Ar-beit."

[ DAS JAHR 1908]

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Der Wahlkampf zog sich in das Jahr 1908 hinein. In den ersten Ta-gen dieses neuen Jahres fixxxxx ging es in Berlin sehr schnell vonMund zu Mund, dass am lo. Januar vor dem preussischen Abgeordneten-haus in der Prinz Albrecht- Strasse eine grosse Demonstration statt-finden würde. Es war selbstverständlich, dass sich auch die Schöne-berger Frauen daran beteiligen.Marie Juchacz hielt es fürmitgehennicht

würde.

besser, wenn ihre Schwester ElisabethLisbeth war zwar erst im vierten Monat, aber es war zu erwarten, dass

falls die Demonstration grossen Zulauf haben würde die berittenePolizei eingesetzt würde. Aber Elisabeth war Feuer und Flamme, undso zogen die beiden Frauen am lo. Januar, an einem normalen, hellich-ten Arbeitstag, zum preussischen Abgeordnetenhaus.

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