Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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gestellt, und deshalb fiel die Wahl auf Dich."

" Und warum nicht auf Gertrud Scholz?"

" Sie ist die Frau des Vorsitzenden. Schon deshalb wäre es nicht gutgewesen, sie mit diesem Amt zu betrauen.- Aber nun ist es doch aus-gezeichnet gegangen, oder nicht? Du warst nicht nur für uns hier einunbeschriebenes Blatt, Du hast Dich auch nur auf die sachliche Arbeitkonzentriert. Das solltest Du immer tun."

Die Antworten zeigten mir, dass ich schon in Schöneberg instinktivrichtig gehandelt hatte."

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Diese Unterhaltung hat so nachhaltig auf Marie Juchacz gewirkt, dasssie ihr ganzes zukünftiges Verhalten nicht nur beeinflusste, sondernauch in einer Form bestimmte, die- wir werden das später noch hörenzu der Vorstellung selbst in engstem Freundes- und Bekanntenkreisführte, dass sie sich mitunter zu reserviert verhalte und einen un-dringlichendurchkxxxxxxxxx Schleier um sich lege, der jede persönliche- um nichtzu sagen privat- freundschaftliche Annäherung verhinderte. Dass esihr selbst schwer fiel, mit vielen Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten musste, nur in dieser sachlichen Arbeit verbunden zu sein,steht auf einem anderen Blatt. Dass es ihren erwachsener werdendenKindern später immmer schwerer fiel, die disziplinierte, korrekte,sachliche, strenge und konsequente Politikerin alleine durch ihr Da-Sein daran zu erinnern, dass sie auch" Mutter" sei, ist nur den weni-gen verständlich geworden, die sich im späten Alter mit Marie Juchacz darüber unterhalten konnten.

Die Ursachen diesek haltungsmässigen Entwicklunghier, in Rixdorf .

lagen

" Es gab hier eine lebendige Frauenbewegung, bevor ich hinkam, aberman hatte sich wegen belangloser Dinge bauseinandergeredet. Es war einRattenschwanz daraus entstanden. Meine Wahl war das Durchhauen desgordischen Knotens. Die Männer wollten sich nicht mit dem Aufpuzzelndieses Knotens befassen. Die Schöneberger Lehre, lieber einmal etwaszurückstecken, anstatt einen Streit heraufzubeschwören, hatte sichauch hier bewährt.

Unsere Veranstaltungen blühten. In jedem der 24 Bezirke kam monatlicheinmal ein kleinerer oder auch grösserer Frauenkreis zusammen. UnserArbeitskreis legte die Themenfest, wir hatten eine hervorragende Red-nerliste, der Genosse F. besorgte uns die Schreibereien einschliess-lich Einladungen, und das Austragen besorgten in jedem Bezirk einigeGenos sinnen. Ich regte auch an, schüchterne oder zögernde Frauendirekt aus den Wohnungen abzuholen, was sich als gut erwies. Im' Vor-