Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Gefahr" im weitesten Sinne des Wortes. Abgesehen davon, dass es lan-ge Zeit nicht ungefährlich war, als Sozialist an exponierter Stellezu stehen, hatten die" Pioniere" von ihrer Tätigkeit nicht die ge-ringsten materiellen oder finanziellen Vorteile. Am Gegenteil:wer sozialistisch verdächtig war, verlor seinen Arbeitsplatz. Werkeinen Arbeitsplatz hatte, wie vor allem viele Frauen, beschäftigtesich mit Heimarbeit. Wer sich und seine Familie- wie Marie Juchacz und Elisabeth Roehl mit Heimarbeit über Wasser hielt, hatte vollaufzu tun, um das Notwendigste heranzuschaffen. Wer sich schliesslichwie Marie und ihre Schwester- dann noch derartig intensiv um dasSchicksal der Arbeiterschaft und notleidender Menschen kümmerte,kostbare, der Heimarbeit entzogene Zeit opferte, vom knappen HяxxxArbeitslohn Geld abzweigte, um es zur Weiterbildung zu verwenden,und sich in den Dienst der grossen Sache stellte, ohne einen Pfennigdafür zu erhalten, muss schon ein grosser Idealist gewesen sein.is war ja nicht so, dass der Auftraggeber den heimarbeitenden Nähe-rinnen die Arbeit ins Haus schickte und sie nach einigen Tagen wie-der abholen liess, und dass das ständig so weiterging.

Es w

eigenen

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" Mit schlecht bezahlter, eintöniger Heimarbeit hatten wir begonnenBakdxfandanXXXXXXXXXxxxdexs mit dem Nähen von Schweissblättern.Bald fanden wir Näharbeit, die anders, interessanter und auch etwasbesser bezahlt war. Nach pressierter Näherei( es war Saisonarbeit!)gab es eine Flaute, und dann wurde oft ganz ausgesetzt. Wer Heimar-beit als Neben arbeit machen konnte, wenn zum Beispiel die Männerregelmässig verdienten, wenn auch nicht genug, um die Familie ganzdavon zu erhalten, konnte jahrelang für irgend einen Arbeitgeber tä-tig sein. Wir konnten das nicht, weil wir ja immer arbeiten muss-ten! So gingen wir viele Sparten der Heimarbeit durch. Wenn dieeine Saison zu Ende ging- man wusste das ja-, süchten wir unsschon etwas anderes. So nähten wir einmal ganz leichte Kleider, einanderes Mal leichte Kostüme und Mäntel, bald schwerere wollene Sa-chen, manchmal Kleider, manchmal Mäntel. Bis wir es für zweckmässighielten, auch zur Arbeit aus dem Hause zu gehen. Wir haben in der