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nichtversicherten Frauen oder Kinder nur um Darlehen handelte, die injedem Fall auch abzutragen waren, ruhte das Wahlrecht des Mannes solange, bis die Schuld getilgt war. In Familien, die längere Zeit, soz.B. bei Arbeitslosigkeit, Armenunterstützung annahmen, hatte der Mannkaum jemals wieder die Aussicht, ein vollberechtigter Bürger zu werden.Abgesehen von dieser empfindlichen Bestrafung der Armut galt es im öf-fentlichen Bewusstsein für eine Schande,' Almosenempfänger' zu sein.Das Selbstbewusstsein des organisierten Arbeiters vertrug das nichtmehr. Diese Stimmung übertrug sich in erfreulicher Weise auch auf diedamals noch nicht wahlfähigen Frauen dieser Familien. Das war ein gutesBarometer für das Gefühl menschlicher Würde.
Man muss wissen, dass im Deutschland dieser Zeit sich jede selbständi-ge Entwicklung der Arbeiterbewegung in weltanschaulichem Kampf vollzog.Die Gegensätze bestanden nicht nur zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehm-mer. Der Staat und alle Institutionen waren stark gegen politische undsoziale Forderungen der Arbeiterbewegung eingestellt. Es war allesKampf. Die Kirchen und ihre Träger stellten sich fast durchweg- vonganz wenigen Ausnahmen abgesehen- in den Dienst der Gegner der Arbei-terbewegung. Die Schärfe dieser Auseinandersetzungen un bessere Le-bensbedingungen und im Bestreben der Sozialdemokratie um Besserung al-ler gesetzlichen Verhältnisse zugunsten der breiten Masse der Bevölke-rung trat auf beiden Seitens stark in den Vordergrund.
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So war es wohl kein Wunder, dass die Frauen, mit denen ich zu tun hat-te, Hilfe für sich und ihre Familien von kirchlicher Seite kommend-ablehnten. Zum Teil wurde eine solca Hilfeleistung auch unter Erwartun-gen angeboten, die direkt oder indirekt mit Forderungen verknüpft wa-ren, die man nicht erfüllen konnte oder wollte.
Nach Kriegsende 1918 und nach der Revolution trat die Arbeiterbewegungin eine neue Phase ihrer Entwicklung. Schon allein durch das Frauenwahlrecht bekam die oziale Situation ein neues Gesicht. Auf dem sozialenSektor machte sch eine Verschiebung auch dadurch bemerkbar, dass nachMeinung der Träger der' traditionellen Wohlfahrtsorganisationen' plötz-lich für sozialdemokratische Kräfte keine Verwendung mehr da sein soll-te. Sozialistische Abgeordnete? Stadtverordnete? Ja natürlich, das gehtja( leider) nicht anders! Einzelne Bürger von Fall zu Fall? Ebenso! Aberdarüber hinaus, in zentralen und regionalen Körperschaften?' Nein,denn sie haben ja keine derartigen Organisationen hinter sich.' Dabeiwaren die Notstände riegengross. Der Krieg 1914/18 war ernährungsmässigsehr schlecht vorbereitet gewesen. Die Schwierigkeiten der Versorgungbrachten schon während des Krieges Unterernährung schlimmster Art fürFrauen und Kinder. Dazu die Überarbeit der Frauen. Der ZusammenbruchEnde 1918 fand die soziale Not auf ihrem Höhepunkt. Die Männer kamen
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