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Manuskript "Leben und Arbeit"
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So wie diese Auriere, die in der Heimat Gebliebenen und auch die Emi-granten ständig um ihre Freiheit spielten, xa um den Glauben an diebessere Zukunft wach zu halten, so setzten sich auch Marie und Emilim Elsass ein. Die Gestapo scheute damals schon vor keinem Mittel zu-rück, und mehr als einmal geschah es, dass Gestapo - Beamte, als zivi-listen getaænt, ein all zu deutliches interesse für das Tun und Trei-ben der im Elsass lebenden Emigranten, zu denen auch marie und Emilgehörten, an den rag legten Wie es weiterging, sagen Erna und Jola

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" Dann kam der unheilvolle Sommer 1939. Kriegsausbruch. Wieder musstenüberstürzt die wenigen Habseligkeiten zusammengepackt werden. Es gingnach Paris . Keiner von uns hat viel von den besungenen Schönheiten die-ser Stadt empfunden, wir hatten andere Sorgen. Es blieb uns auch nichtviel Zeit, denn die Kriegsmaschine Hitlers überrollte die Maginotlinie,und wiruasten wieder einmal davonlaufen. Pétains Verrat war unsereRettung So konnten wir wenigstens in Südfrankreich für die weiterenAbenteuer Atem schöpfen. Nur ein Wunder konnte helfen. Und seltsam ge-nug: das Wunder geschah. Das Jewish Labor Committee und die AF of L. ver-anlassten die Rooseveltsche Administration, durch den amerikanischen Konsul in Marseille einigen hundert Flüchtlingen Notvisa zu erteilen.Doch die einzige passierbare Grenze Franco- Spanien war geschlossen.Erst in letzter Minute, im Frühjahr 1941, konntest Du, Marie, mit anderen Freunden auf einem französischen Dampfer nach Martinique , der male-risch- exotischen, Rum- reichen Insel entkommen. Neues monatelanges War-ten, bis Euch ein Schiff nach Amerika brachte. Endlich Mitte 1941.konnten wir, denen es gelungen war, vorher schon durch andere Notaus-gänge zu schlüpfen, am Pier in New York stehen und Euch in Empfang neh-

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Herta und Erich Lewinski, Freunde von Marie und Emil, die heute ebenfallsebenfallsin den USA leben, haben ihren Beitrag zu dieser Biographie geleistet:" Welches war das entscheidende Erlebnis in den Jahren der politischenEmigration, und woraus schöpften wir die Kraft, um durchzuhalten? Umetwas von dem Schwung, dem beflügelnden Auftrieb unserer jungen Jahrehinüberzu retten in die Arbeit der kommenden Zeitt? Es war das Erlebnisder Solidarität, der selbstverständlichen Bereitschaft füreinander. Eswar der Umstand, dass wir ein deutliches Gefühl entwickelt hatten da-für, wo Einsatz nötig wurde, wo Hilfe not tat.

Das Symbol für solche Haltung, das grosse Beispiel dafür war für uns inden Jahren der Wanderschaft Marie Juchacz ! Sie, die reife, ausgegliche-