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Aus keiner Unterlage aus der saarländischen, südfranzösischen oderMartinique - Emigrationszeit sind Einzelheiten zu entnehmen, die vonden vielen und unendlichen Schwierigkeiten erzählen, mit denen Mariezu kämpfen hatte. Sie selbst hat nie etwas darüber geschrieben undnur ganz selten davon xxxäkkk gesprochen. Dass sich Marie, zusammenmit einer kleinen Emigrantengruppe, einmal wochenlang in den Pyrenäenverbergen und von mühselig zusammengetragenen Brosamen ernähren musste,ist von ihr nur einmal ganz nebenbei erwähnt worden. Dass sie, als siein Martinique den französischen Dampfer' Duc d'Aumal' bestieg, alsGepäck nur eine Handtasche und ein Netz bei sich hatte, war niemals er-wähnenswert.
Als Marie an einem der letzten Tage des Septembers 1940 auf dem US-Genaral- Konsulat in Marseille vorsprechen und sich Fingerabdrücke ab-nehmen lassen musste, glaubte sie, in wenigen Wochen alles überstandenzu haben. Es war gut, dass sie diesen Glauben hatte. Hätte sie zu die-ser Zeit die Schwierigkeiten gekannt, die ihr nicht nur in Europa , son-dern auch noch in den Vereinigten Staaten begegnen würden, wäre es viel-leicht mit ihrer Kraft zu Ende gewesen, entgegen der Meinung ihrer Freun-de, die ihre Standhaftigkeit und Zuversicht bewunderten und sich daranein Beispiel nahmen und selbst aufrichteten.
Neun Wochen brauchte die' Duc d'Aumal', bis sie endlich, am 29. Mai1941, in New York Harbour einlief. Wer von den Freunden der saarländi-schen und französischen Emigrationszeit abkömmlich war, hatte sich ein-Robertgefunden. Ganz vorne am Pier standen Kirschmann, und ein Bruder VonEmilRobert, der schon im Jahre 192 aus Idar Oberstein an der Nahe ausge-wandert und schon sehr bald rechtmässiger amerikanischer Staatsbürgergeworden war. Bruder Robert hatte es als selbstverständlich angesehen,dass Marie und Emil erst einmal zu ihm nach Meriden kommen würden, umRuhe zu finden.ergeben.zur Besinnung zu kommen. Alles andere würde sich dann schon finden. Ro-bert Kirschmann und seine Frau Ida waren damals mit drei Sähnen in dieUSA gekommen, hatten sich nach vielen Mühen eine Existenz aufgebaut undein wenn auch nicht üppiges, so doch befriedigendes Auskommen gefunden.Während einige der Emigranten, mit denen sie zuletzt in Marseille var,das französische Ausreise- Visum erhielten, musste sie mit xxxgan ande-ren Schicksalsgenossen einen umständlicheren und anstrengenderen Flucht-weg nehmen, der sie nach Martinique brachte, wo sie vier Wochen lane ineinem Lager Leben musste. DANN erst konnte sie auf ein Schiff gehen.
Keber