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einer praktischen und positiven Mitarbeit innerhalb dieser Gruppenichts wurde, lässt sich jetzt nicht mehr rekonstruieren. Dass esvon Seiten von Marie und Emil nicht an Versuchen gefehlt hat, An-schluss zu finden, zeigen viele Briefe. Dass auch innerhalb dieserGruppe Anstrengungen gemacht wurden, um für Marie und Emil irgendeine Form der Wirksamkeit zu finden, ist ebenfalls nicht von derHand zu weisen. So hatte Rudolf Katz schon im Oktober 1941 die Vor-stellung, dass es möglich sein müsse, gerade Marie Juchacz , dieauch zu dieser Zeit unter der deutschen Bevölkerung noch einenguten Namen hatte, bei der in deutscher Sprache verbreiteten Anti-Nazi Propaganda nach Deutschland via Wort xd( Rundfunk) und Schrift
einzusetzen.
Dass die" German Labor Delegation" selbst nicht richtig weiterkammit ihrer Arbeit, steht auf einem anderen Blatt, geht aber daraushervor, dass sich diese Gruppe umformte in die" Association of Freeim Oktober 1942( als Marie ScattergoodGermans Inc." XXXschon verlassen hatte und in New York war)
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jetzt neben dem Präsidenten Grzesinski - noch Max Brauer , Dr.Carl Misch( früher politischer Redakteur bei der' Vossischen Zei-tung' in Berlin ), Dr. Rudolf Katz , Dr. Horst Baerensprung ( früherPolizeipräsident von Magdeburg ) und Fritz Tejessy ( früher preussi-
scher Ministerialrat).
Die Resolution, mit der diese Gruppe vor die amerikanische Öffent-lichkeit trat, war von sehr vielen in den USA lebenden Emigrantenunterzeichnet. Die Namen von Marie Juchacz und Emil Kirschmann fehl-ten. Zwei Drittel der Unterzeichner hatten bereits die amerika-nische Staatsbürgerschaft.
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Da Marie trotz aller Bemühungen keinen Anschluss an diese Gruppefand, wollte sie ihre Zeit wenigstens dadurch nutzen, dass sie sichüber die Lage der amerikanischen Arbeiterschaft und über die Pro-bleme der USA - Gewerkschaften, die ja völlig anders*************aufgebaut waren und auch anders arbeiteten als in Deutschland , eingenaues Pild machte, indem sie an einem besonderen Kursus teilnahm.Wie wichtig das Marie war und warum sie das tat, beweist ein Briefvon Wilhelm Sollmann an sie vom 20. Dezember 1942:
" Es ist gut, dass Sie diesen Kuraus mitmachen. Sie werden darauslernen, wievieles hier alders ist als drüben, und wie kindlich esist, mit europäischen Begriffen und Erfahrungen hier in der Arbei-