Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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" Man kann sehr beschäftigt sein, auch wenn man- wie ich- keinenrichtigen' job' hat. Die Situation hat sich im Laufe der Zeit ver-hältnismässig angenehm und erträglich gestaltet. Zu Anfang war eshier in New York recht karg und***** quälend für mich. Emik Kirsch-mann arbeitete für einen geringen Lohn in einer Fabrik, und mir wur-de gelegentlich von Freunden geholfen. Dadurch, dass wir keine Mö-bel hatten, wohnten wir zu erst sehr teuer, und ich bemühte mich im-mer wieder, und immer vergebens, um eine Arbeit für mich, die ichtun konnte, ohne in absehbarer Zeit auf der Nase zu liegen. Dann ge-lang es uns, wenigstens mit ganz billigen Heilsarmee - Möbeln einenAnfang zu machen. Wenn die Einkünfte gering sind, fallen zwölf DollarMiete- Ersparnis mächtig ins Gewicht.- Aber von da an ging es etwasaufwärts. Emil Kirschmann traf zufällig einen Jugendgefährten, derschon vor 1933 hierher kam und sich des Tellerwaschens und ähn-licher Arbeiten müde- mit einem kleinenbescheiden Kapital seiner Frau einkleines Geschäft aufgebaut hatte. Er schneidet und schleift Rubineund andere echte und synthetische Steine, die er direkt von seinemBetrieb aus an Händler. Er bot Emil sofort an, Steine di-rekt an Fabrikanten zu verkaufen, weil ihm der Verkehr mit den Zwi-schenhändlern nicht zusagte, aber in erster Linie wohl deshalb, weiler einem alten Freund damit helfen konnte. Das hat sich auch sehr gutangelassen, weil die Zeit dafür besonders günstig war.

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Während der Fabrikarbeit, aber eigentlich schon vorher, hatte sichbei Emil Kirschmann eine viel zu zeitige und in ihrem Verlauf sehrernst zu nehmende Arteriosclerose gezeigt, die besonders die Nierenmutgenommen hatte. Der befreundete Arzt verbot mit allem Ernst dieFabrikarbeit, und Gegenwart und Zukunft sahen wirklich sehr, sehrschwarz aus, bis dann die Wandlung zum Guten eintrat. Unsere jungeWFreundin, Kaete Fey, die seit 1935 mit uns zusammen lebte, beendetein dieser Zeit ihre Lehre als' practical nurse', fand sofort eineStelle und beteiligte sich dann- als sie verdiente- auch sofortwieder an unserem Haushalt.

Jetzt ist es so, dass ich diesen kleinen Haushalt für uns drei führe,wobei mir manches erleichtert wird, sodass ich so leben kann, wie esnötig ist, ohne immer mit dem penny rechnen zu müssen. Infolge derkörperlich so viel leichteren Beschäftigung und Dank der dauerndenärztlichen Behandlung und Aufsicht von Emil Kirschmann mit der nunmöglichen Diät hat sich sein Gesundheitszustand relativ gut ent-wickelt.- Er wäre nicht damit einverstanden, wenn er wüsste, dassich Ihnen all das schreibe. Das liebt er garnicht, und ich bitte Sie,