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die alle wieder in der Arbeiterwohlfahrt aktiv tätig sind. Notzeiten, wiewir sie augenblicklich durchmachen, lassen für die Arbeiterwohlfahrt***eine Unmenge von Aufgaben erstehen und verlangen eine bis ins letzte Dorfgetragene Organisation.
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Wir haben Bezirksausschüsse, in denen die Arbeit in der Tat wirklich schonin das letzte Dorf vorstösst, andere, die überall Kreisausschüsse undörtliche Vertrauensleute haben, und eine Reihe von Bezirksausschüssen, dieerst im Begriff stehen, die Organisation auch auf das flache Land auszu-dehnen. Nach Fertigstellung eines Gesamtberichts werde ich Ihnen eine Ab-schriftbzuschicken, denn es ist ja doch Ihre Arbeiterwohlfahrt, undwir wissen hier alle, wie stark Sie daran teilnehmen.
Dieser Brief soll nur ein erster Gruss sein, ein erstes Händereichen überden Ozean."
Dieser Brief von Lotte Lemke , am 19. Juni 1946 geschrieben, war nun nichtdas erste Kontakt signal zwischen New York und Hannover . Marie- in ihrerunermüdlichen Aktivität von fast gnadenloser Energie griff jedes Zeichenaus der alten Heimat auf, kurbelte any und knüpfte bereits die Fäden,ohne noch genau zu wissen, wo und wie das andere Ende des Fadens aufge-hängt werden könnte. Sie wusste nur, dass es sehr bald einen Aufhänger fürihre Aktionen geben würde. So stand Marie in ständigem Briefwechsel mitHertha Kraus in Bryn Mawr in Pennsilvanien, und noch bevor Lotte Lemke ihren ersten Brief an Marie Juchacz schrieb, hatte diese schon mit ihremBrief vom 13. Juni gehandelt:
" Ich weiss zwar, dass auch das' Friends Servive Committee' an die einengen-den Sammelbestimmungen gebunden ist. Aus den verschiedensten Meldungenschöpfe ich aber die Hoffnung, dass vielleicht stillschweigend mit der er-weiterten Durchführung des Rкøgк ×××× erweiterten Programms, dass dasFriends Srvice Committee aufgestellt hat, begonnen werden darf. Was ichsehr gerne als Entwicklung sähe, wäre, dass beider Durchführung dieses Pro-gramms- so weit es zweckmässig und, im Interesse der Hilfsarbeit, nütz-lich ist die Arbeiterwohlfahrt oder doch zumindest kräfte aus der AWhinzugezogen werden. Ich bin mir völlig klar darüber, dass diese prakti-schen Fragen nur an Ort und Stelle entschieden werden können. Aber so weitich dazu imstande bin, will ich gerne mit Angaben von Personen, die drübenschon tätig sind, dienen. So hörte ich vor wenigen Tagen, dass Lotte Lemke in Hannover die Geschäftsführung der Arbeiterwohlfahrt übernommen hat, ichnehme an: für das ganze westliche Gebiet. Es würde sich bestimmt lohnen,mit ihr den Komplex der Zusammen- und Mitarbeit durchzusprechen. Hier ver-einigt sich doch die sachliche Fähigkeit und die organisatorische Zustän-digk it auf das Beste. So viel ich aus Berichten weiss, hat jede Stadtschon wieder ihre AW, und ich könnte auch schon mit einer ganzen Reihe
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