- 323-
blem noch schwieriger. Aber vielleicht wickelt sich hier alles viel schnel-ler zu meiner zufriedenheit ab, als ich im Augenblick des Schwarzsehensannehmen kann. Dass ich dann zugänglicher für Einladungen' bin, brauche ichwohl nicht extra zu betonen. Ich schrieb schon von Dr. Erich Lewinski,
-
der einen juristischen Posten in Kassel übernehmen soll. Wir sind befreun-det, er und seine Frau Hertha werden sich der Partei und der AW zur Verfü-gung stellen. Augenblicklich sind sie noch in England, kommen aber in kürzebei Euch an. Er kann ein guter Interpreter sein, wenn ich mit ihm, und mitDir, dann aber auch er und seine Frau mit Dir in gutem nontakt bleiben.-Ich habe wirklich nach wie vor den wunsch, zu allen zu sprechen und unsererso geliebten Aufgabe in jeder Weise mit meinen Erfahrungen und mit meinerschwachen Kraft zu dienen."
-
Jeder* x* x* x Brief aus dieser Zeit verrät die Art, in der Marie dieser Auf-gabe nicht nur diente, sondern sich mehr verbrauchte, als es ihre körperli-chen Kräfte erlaubten. Der Gedanke, nichts zu versäumen, was dazu beitragenkönne, praktische Hilfe nach drüben zu bringen, zwa ng sie bis in die tiefenNachtstunden an die Schreibmaschine, wo sie alle, die sie in die grosseAufgabe einspannen konnte, in ausführlichen Darstellungen zu gewinnen ver-suchte. Sie schaltete sich bei allen Care- und Cralog- Stellen ein, die mitdem Paketversand nach Deutschland zu tun hatten, um dafür zu sorgen, dassdie AW beim Verteilungsschlüssel in gerechter Weise mit berücksichtigt wür-de. Ihre Anregungen kamen in so dichter Folge, dass selbst der allmählichsich einspielende Apparat der Hauptgeschäftsführung in Hannover alle Mühehatte, diese Anregungen weiter zu verfolgen und in den meisten Fällen zueinem guten Ergebnis zu bringen. Das New Yorker Dreigespann war fast beses-sen von dem Erfüllung der Aufgaben, die sich jeder selbst stellte, wobeisich eine Art' Interessengebiets- Abgrenzung' einstellte, die wunderbar funk-tionierte. Emil mobilisierte den ganzen Bekanntenkreis, um ihn für Privat-inter epicenpaketsendungen nach Deutschland zulieren. Von Marie erhielt er dieaus der Korrespondenz herausgezogenen Namens- und Adressenlisten, die eraufschlüsselte und jedem in die Hand drückte, der gelegentlich einige Dollarsfür ein gift- parcel abzweigen konnte. Kaethe Fey warr- neben ihrer Tätigkeitals Krankenpflegerin vollauf damit beschäftigt, den privaten' Kundenkreis'zu bedenken, also die Familie und alles, was damit zusammenhing. Sie brauchte dafür keine Listen. Einige Worte von Marie blieben so lange in ihrem Ge-dächtnis, bis sie von ihr erledigt wurden. Marie hatte es übernommen, diePakete in ihren Briefen anzukündigen und auch die Inhaltszettel auszuschrei-ben. So ergab es sich zwangsläufig, dass sich jeder bei ihr bedankte, wo-für sich aber Marie nicht zuständig hielt:
-
" Der Dank ist immer an mich, und damit an die falsche Adresse gerichtet. Wohlbegleiten meine guten Wünsche jedes Stück, das an Euch, an meine Kinder oder