Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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an gute Freunde abgeht. Aber die Gerechtigkeit gebietet mir, bei solchemhäufigen Lob doch zu sagen, dass es Kaethe Fey ist, die ihre ganze Zeit undKraft darauf verwendet, unseren grossen Verwandten- und Freundeskreis mitden notwendigsten Dingen zu versehen, und es ist ganz erstaunlich, wie siesich in die Bedürfnisse eines jeden, mit dem wir in solcher Verbindungstehen, hineindenkt. Trotzdem danke ich Euch doch für die gute Meinung,die Ihr von meiner Tüchtigkeit habt, ich nehme ganz gerne einen kleinenSonnen strahl auf, auch wenn es nicht ganz gerecht ist. Wir sind ja sofroh, dass in der Mitte zweier, die nicht mehr so können, wie sie gernemöchten, doch einer ist, der diese Lücke ausfüllt. Allerdings haben wires in den letzten beiden Wochen auch gespürt, als Kaethe eine Darmgrippehatte. Abgesehen davon, dass es uns leid tat, dass sie krank war, musstenwir aus eigenem Zupacken erkennen, was sie tagtäglich leistet."Noch amgleichen Tag- es ist der 7. April 1947, und Marie ist inzwischen68 Jahre alt geworden- kurbelt sie in einem Brief an Lotte Lemke einekleine Dank- Aktion an, die dazu beitragen soll, der Öffentlichkeit zu be-weisen, wie die Arbeiterwohlfahrt- im Gegensatz zu den kirchlich ausgerichteten Organisationen- bei ihren Hilfsmassnahmen nicht nach Glaubens be-kenntnissen vorgeht, sondern ausschliesslich nach dem Gesichtspunkt dergrössten Bedürftigkeit:

" Man kann auch in unseren Kreisen nichts dagegen haben, dass einmal ganzöffentlich die Wahrheit darüber gesagt wird, und ich finde, dass es Zeitist!- Meine Gedanken kreisen Tag und Nacht um Euch und Eure Arbeit, umdie Not-- und meine Ohnmacht. Verstehe bitte, dass ich Dir zwischendurcheinmal nur einen Rat geben will, es aber voll und ganz Dir überlasse, obund wie Du ihn durchführst. Man kann von hier aus nicht immer alles sodeutlich übersehen, um immer das Richtige zu treffen. So wirst Du es mirauch nicht verübeln, wenn ich einmal mit meinen Anregungen dahebentippe."Aber Marie tippte selten daneben. Mit ihrem Brief vom 17. April konnteLotte xxx Lemke nach Amerika berichten:

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" Ich muss immer wieder sagen, welch grosse moralische und praktische Hilfees für uns ist, dass von Amerika aus bereits eine gerechte Aufschlüsselungder Spenden erfolgt. Sie ist nun schon einige Male erfolgt, einmal bei denCare- Freipaketen, jetzt bei der Sammlung der Staat szeitung* undqua vorerst noch ohne praktisches Ergebnis- bei der Planung der grossenAktion der Gewerkschaften. Wir führen im Zentralausschuss für die Vertei-lung von Auslandsspenden einen unentwegten Kampf um den sogenannten Leistungsschlüssel. Die konfessionellen Verbände wollen ihn so errechnen, dass alleseinbezogen wird, was an Anstalten und hauptamtlichen Berufskräften aufzuwei-sen ist. Wir lehnen diesen Schlüssel ab mit der Begründung, dass es sichbei der Verteilung von Auslandsspenden um die Bekämpfung der Ernährungsnot