Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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können, die für die Ablage aller Dinge gesorgt, eine gute Registraturgeführt***** und auch manches Telefonat abgenommen hätte, wäre das Ergeb-nis ihrer Anstrengungen, von New York aus zu helfen, ungleich grösser ge-wesen, ganz zu schweigen von den Kräften, die sie sich gespart hätte, umihr Leben zu verlängern.

Aber ging es in diesen schweren Tagen nicht allen Menschen so, die vor derLösung von menschlichen und organisatorischen Aufgaben standen und es ein-fach nicht mehr schaffen konnten? Auch Lotte Lemke wuchsen die Aufgabenüber den Kopf, jxd und noch mehr spürte sie, dass sie zu den wenigen gehör-te, die aus der Arbeiterwohlfahrt mehr machen wollte als nur eine caritativeHilfsorganisation. So schrieb sie am 25. Juni 1947 an Marie Juchacz :

" Ich habe das sehr starke Bedürfnis, mich mit Dir über viele Fragen und Pro-bleme auszusprechen, und ich leide darunter, dass das nicht sein kann. Esgibt hier nicht viele Menschen, die mit unserer Sache wirklich so ganz ver-wachsen sind und über den Dingen stehen.

Die rein organisatorischen Fragen sind gut in Fluss gekommen und werden sichauch weiterhin zufriedenstellend entwickeln. Was mich bewegt und mir eigent-lich niemals Ruhe lässt, ist der innere Ausbau, das Ethos, der geistige Ge-halt der Arbeiterwohlfahrt. Wir sind sehr schnell gewachsen und die Organisation ist überall grösser, stärker und einflussreicher als früher. Die Aufga-ben fallen uns, wie das ja in solchen Notzeiten nicht anders sein kann, zu.Auch die Zeit hat für uns gearbeitet. Viele Dinge, um die wir früher kämpfenmussten, sind heute selbstverständlich. An dem moralischen Prestige, dasheute weethin alle Bestrebungen geniessen, die auf dem Boden des demokrati-schen Sozialismus stehen, nimmt auch die Arbeiterwohlfahrt lebhaft teil. Daserleichtert vieles, aber es besteht die Gefahr, dass viele Dinge als Ver-dienst gewertet werden, die durch die Gunst der Verhältnisse sich entwickelthaben, und dass weiterhin das Organisatorische, Technische- und damit dasAusserliche überwiegt.

Ich meine, dass alles darauf ankommen müsste, aus der Arbeiterwohlfahrt mehrzu mabhen als nur einen Apparat, der Hilfe vermittelt. Wenn wir es schaffen,die in unserer Arbeit überall spürbare lebendige Ethik weiter zu entwickeln,dann könnte die AW in späterer Zukunft einmal* x* x die Wohlfahrtsorga-nisation in Deutschland sein. Ich habe die Hoffnung, dass sich die Dingedoch noch einmal dahin entwickeln.

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Aber nun brauchen wir Dich. Xxx Es hat lange gedauert, bis ich mich entschliessen konnte, es Dir so unumwunden zu schreiben, denn ich weiss, was ein sol-cher Brief an Dich bedeutet, und Du wirst in Konflikte gestürzt zwischen denAufgaben, die drüben zu erfüllen sind, und denen, die Deiner hier warten.