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Ich habe zu niemandem darüber gesprochen und ich werde- wie auch Deine Ant-wort ausfällt- niemandem etwas davon sagen. Du sollst Dich ganz frei füh-len in Deiner Entscheidung und wissen, dass ich sie in jedem Falle respek-tiere. Ich rechne eigentlich wenn ich mir Deine ganze Situation überlege
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damit, dass Du nicht zusagen kannst, wenigstens***** im Augenblick nochnicht. Aber ich fühle mich verpflichtet, Dir zu schreiben, weil ich festdaran glaube, dass Du einen starken Einfluss auf die künftige innere Ent-wicklung der Organisation haben könntest.
Während ich diesen Brief schreibe, muss ich daran denken, dass ich über-haupt nicht weiss, wie Dein Leben in New York aussieht, welche persönli-chen Verpflichtungen und Bindungen Dich unter Umständen halten. Ich weiss,dass Emil Kirschmann recht krank sein soll, und ich kann mir vorstellen,dass Du ihn jetzt nicht verlassen möchtest. Von Dir selbst hast Du niemalsetwas geschrieben, und ich weiss nur durch Dritte, dass es Dir gesundheit-lich gut gehen soll, und entnehme im übrigen Deiner Aktivität, dass vu sehrleistungsfähig bist. Aber es gibt so viele Imponderabilien, die bei solchenEntscheidungen, die Du zu treffen hast, mitspielen, dass ich das von hieraus garnicht übersehen kann.
Ich hoffe, dass Du mich nicht************** x* x* missverstehen***** unddiesen Brief als ganz persönlich an Dich geschrieben nehmen wirst, wenn-gleich ich sicher bin, alle unsere Menschen damit hinter mir zu haben."
Marie Juchacz hat lange Zeit nicht auf diesen Brief geantwortet, nicht da-rauf antworten können, weil so vieles lief und neu dazukam, dass nach ihrerMeinung kein Trennungs schnitt möglich war. Die Vorbereitungen zum Weihnachtsbazar waren bereits angelaufen, Dr. Kurt Schumacher und Fritz Heine warenim Begriff, ihre Amerika - Reise anzutreten, viele Aktionen für die versen-dung von Paketen verlangten ihr ständiges' Dabei bleiben', denn sie übersahdie Dinge und spielte auf diesem instrument. Erst am 9. Oktober 1947 rafftesie sich zu einer Antwort auf:
" Liebe Lotte ,- heute will ich Dir auf den persönlichen Brief antworten. InGedanken habe ich das schon sehr, sehr oft getan und dabei gewünscht, dasses ein Zwiegspräch sein könnte, und dass man sich dabei auch ansehen sollte.Aber ich mache es doch kurz und will auch versuchen, es möglichst klar undverständlich zu machen und auch Sentimentalitäten, von denen selbst derStärkste in der Fremde nicht verschont wird, dabei auszuschalten.Du wirst Dir denken können, dass es mich herüberzieht, aus zwei Gründen: esist die Bewegung, die ein Stück meines Seins ist und mein ganzes Denken aus-füllt. Dann möchte ich natürlich auch gerne meine Kinder und meine Enkelkin-der sehen, so lange das möglich ist, denn ein Toter sieht nichts mehr, undich bin immerhin jetzt mehr als 68 Jahre alt.