Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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glaube bestimmt, dass die kleinen Wünsche alle notiert sind und auch er-füllt werden. Wie Käthe das alles gedächtnismässig schafft, ist mir einRätsel.- Ich sitze in der Arbeit, möchte gerne einmal aufatmen, aber eswird immer mehr. Ich muss mich damit abfinden, und Euch geht es sicher nichtbesser damit."

Ebenso ein Kätsel wird es dem Leser bleiben, wie Marie- allein auf sichselbst gestellt- alles schaffte. Am 5. Dezember 1947 heisst es in einemBrief nach Hannover in die AW- Zentrale:

" Wir haben soeben unseren Weinachtsbazar absolviert. Es war die erste Ver-anstaltung********** der Arbeiterwohlfahrt dieser Art in New York und-wie ich glaube- auch in den USA. - Im allgemeinen werden hier von Organi-sationen viele Verkaufsbazare gemacht, aber um eine solche Arbeit durchzu-führen, braucht es neben der Erfahrung, die man ja immer zum ersten Mal ma-chen muss, auch Menschenkräfte, die ebenfalls erst geworben werden müssen.Gemessen daran war unser Bazar eine gelungene Sache, es wurde mit Umsicht,Fleiss und Hingabe gearbeitet. Natürlich können wir uns nicht- an Grösseder Veranstaltung- xxxx messen mit mancher anderen Veranstaltung, z. B. mitdem Riesenbazar der plattdeutschen Vereine, aber unsere Sache hatte Ge-schmack und ein solides Gesicht, und wir haben gesehen, dass wir Menschenn-kräfte als Helfer und Propagandisten mobilisieren und auch Käufer auf dieBeine bringen."

Im gleichen Brief kurbelt Marie aber schon Möglichkeiten für den nächstenBazar an, weil sie der Meinung ist, dass bei gründlichster Vorbereitung dasnächste Ergebnis noch besser werden dürfte. Sie erbittet Material, Bildtafelnmit entsprechender Beschriftung, Ausstellungs- und Verkaufsgegenstände, z.B. Spielzeug, das in den Bastelstuben der AW entsteht und dass sich ohne wei-teres in den USA verkaufen lässt, ohne dass damit dem notleidenden Deutschlanlebenswichtige Dinge entzogen würden.

Noch bevor dieser Brief in Hannover sein kann, kommt von dort Lotte LemkesStellungnahme zu Maries Antwort auf die Möglichkeit eines Deutschland - Be-

suchs:

" Diesen Brief schreibe ich in erster Linie, um Dir für Deinen persönlichenBruef von ganzem Herzen zu danken, in dem Du von Deinem Herüberkommenschreibst. Ich bin sehr glücklich darüber. dass Du grundsätzlich bereit bist,für einige Zeit herzukommen und Du wirst es mir sicher nicht verübeln, dassich in der Freude meines He zens mit Herta Gotthelf darüber gesprochen habe,di sich genau so freut. Jetzt müssen wir von hier und von drüben die not-wendigen Schritte einleiten, um den Plan zu verwirklichen. Die Aussicht,dass wir Dich dann im neuen Jahr hier haben werden, ist ein rechter Licht-blick in dieser dunklen Zeit.

Ich hoffe, dass dieser Brief, wenn auch nicht mehr zu Weihnachten, so doch zuNeujahr bei vir sein wird. Er soll meine Grüsse und innigen Wünsche für eingesundes und befriedigendes neues J