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Zusammenhänge und auch die allgemeine Mentalität kennen zu lernen. Das Re-sultat dieser Bemühungen ist sehr unvollkommen geblieben. Ich habe noch immerzu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Jedoch manches davon kommt schon denBemühungen, drüben zu helfen, zugute.
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Das Ende des Krieges brachte uns de Gewissheit der vorauszusehenden Folgen.Über die Verpflichtung der im Auslande lebenden Parteifreunde war man sichklar. Ich möchte in diesem Zusammenhang den Briefschreibern danken, diemir mitteilen, dass sie nicht trübsal blasen und fest zupacken, um- nichtnur für sich neu anzufangen. Eine solche Einstellung erleichtert es, vonhier aus mit selbstverständlicher Verpflichtung die notwendige Hilfsarbeit zutun. Dass diese Arbeit bei der allgemeinen Not auch einen allgemeinen Charakter tragen muss, versteht sich wohl von selbst. Sicher, es geht mir genau sowie vielen meiner anderen Freunde: wir müssen unser Herz sehr oft zusammen-pressen. Die Menschen, die wir kennen und schätzen, stehen unserem Fühlen be-sonders nahe. Wir möchten ihnen gerne persönlich helfen. Und wir versuchenes, immer wieder. Aber es sind ihrer so viele, dass es zur Unmöglichkeit wirdwenn man ein Mensch mit mageren Einkünften und kein Muktimillionär ist. Undso weitet sich in dem Augenblick, in dem man sich um Hilfe an die Öffentlich-keit wendet, diese Arbeit ins Allgemeine, von Organisation zu Organisation.Dabei gibt es ungeschriebene Gesetze, die nicht verletzt werden dürfen, willman nicht die Arbeit selber gefährden.
Es
Ich bin mir völlig im Karen darüber, dass bei jeder Hilfsarbeit nur beschei-denes Stückwerk herauskommen kann. X bleibt nur das Gefühl, dass man getanhat, was eben nur möglich war, so wie Ihr dort drüben auch nur mit grössterGeduld und Ausdauer in diesem Meer von zerbrochenen Schicksalen und zerstör-ten Existenzen wirken könnt, Ihr erlebt die Not der Jugend und der Familienunmittelbar in ihrer mannigfaltigen und immer bitteren Form. Ihr führt denKampf gegen Hunger, Krankheit und Verelendung. Und Ihr wisst, dass über allemdie Hoffnung auf endliche Besserung steht und die Gewissheit, dass wir esschaffen müssen!
Das alles las ich in Euren Briefen, und dies ist die Antwort, die ich daraufgeben kann.- Ich grüsse Euch alle mit guten Wünschen für das Jahr 1948."in Marie Juchacz auf
Diese Zeit kurz vor Weihnachten 1947 brach manchen Damm, hinter dem sichviele Gedanken aufgestaut hatten. In allem, was sie in diesen Tagen nieder-schrieb, gab es Auflehnung und Resignation, Hoffnung und Bedrückung, und auchKraft und Schwäche. Keine geistige oder körperliche Schwäche, sondern diedes Unvermögens, das zu tun, was eigentlich getan werden müsste, also dieOhnmacht der eigenen, privaten Situation. Drei Tage vor Heiligabend schreibtsie an Lotte Lemke :
" Ich weiss, dass die Not der Welt unvorstellbar gross ist, ich weiss, dassdie Kin der der Welt gerettet werden müssen. Ich weiss, dass durch' Deutsch