Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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land' der Welt so viel angetan wurde, dassées sich niemals wird ausmessen,geschweige denn jemals ganz austilgen lassen wird. Aber ich кж**** verzwei-fele, wenn ich über a 11, bei allen Gelegenheiten von Wichtigkeit, zu-sehen muss, dass Deutschland nicht mit einbezogen ist in den Kreis derer,denen geholfen werden muss.- Hie ist z. B. eine Weltorganisation. Sie er-freut sich der grössten Protektion. Dr. Martha E. ist einer der Chefs imKinder- Büro in Washington . Diese Organisation mit halbamtlichem Charakterund höchster Protektion, auch gesetzlich verankert, steht in enger Verbin-dung mit der obengenannten Organisation. Das Ganze wäre sehr schön und eslohnte sich, alles dafür zu tun, wenn-- nicht Deutschland vollkommen da-bei verschwiegen würde! Ich meine immer, da wir hier wie die Vogelscheuchenim Winde stehen und nur Bewegungen machen, die die Spatzen im weiteren Um-kreis garnicht scheuchen, dass etwas von dort, von Deutschland aus gesche-hen müsste, um die Gewissen wachzurütteln und zu schärfen. Nicht von einerPerson, sondern von Organisationen und Persönlichkeiten.- Deutschland istnoch immer Feindland, ist noch nicht in der' Familie der Völker' aufgenom-men, was aber nicht hindert, dass sein e Kinder hungern und verkommen, wiedie vieler anderer vom Krieg heimgesuchter Nationen. Ich will, wenn ichDir das Heft' Amerikanische Jugend für Welt jugend' übersende, nur etwas zumNachdenken geben. Überlege es Dir doch bitte einmal ganz gründlich. Ich hät-te noch viele Beispiele und wichtige Sachen, Tatsachen, zu erzählen, abermir ist bei aller Arbeit niemals gut zumute, weil ich nicht fähig bin, mirüber die' Grösse' unserer eigenen Leistung hier im Lande Illusionen zu ma-chen. Ich sehe zu nüchtern, und dabei sind meine Wünsche zu heiss.Hertha Gotthelf fragte an, ob ich whl zum Frauentag käme, wenn sie mich of-fiziell einladen würde. Ich habe absolut keine Neigung, aber viel Widerwil-len gegen öffentliche Versammlungen, und ich glaube, dass ich das auchnicht überwinden kann. Ich würde nur kommen, wenn ich mit kleinen Gruppenzusammentreffen würde, und könnte dann sehen, prüfen und lernen, um das Er-gebnis hier oder an anderer Stelle befruchtend weitertugeben. Im übrigen:mein Ehrgeiz nach öffentlicher Tätigkeit ist vollkommen gestillt."Wieder drei Tage später geht ein Brief an August Klara Kirschmann nachOberstein:

und

" Es ist Weihnachtstag. Morgen ist die Stimmung hierzulande schon wiedervorbei, weil es nur einen gesetzlichen Feiertag gibt. Dafür aber geht eszu Sylvester noch einmal hoch her, wovon wir aber so gut wie unberührt blei-ben. Wir waren es ja vonj jeher gewohnt, diese Tage alleine oder höchstensmit engsten Freunden zu verbringen.- Es werden hier viele Fusswege gemachtin der weihnachtlichen Vorbereitungszeit, die Menschen laufen sich müde da-bei. Bekannte von uns klagen, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konn-ten, weil sie so viel zu tun hatten mit Einkäufen, mit dem Verpacken in Bunt