Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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papier, dem Verschnüren, mit dem Baum und den Vorbereitungen für die' Compan-yan evenings'.- Dass wir das alles nicht so wichtig nehmen, könnt Ihr Euchwohl denken. Noch weniger tun wir es in dieser Zeit, wenn wir an Kälte undHunger bei Euch da drüben denken.- Aber wir waren gestern Abend bei liebenFreunden, die ein Kind haben, und freuten uns mit ihnen darüber. Ausserdemkonnten wir wieder einmal über alles sprechen, was uns am Herzen liegt. Daswar seit längerer Zeit einmal wieder so. Seit alles das, was wir befürchte-ten, in Deutschland eingetroffen ist und noch viel schlimmer und umfangrei-cher, als wir es vermuteten-, frisst die praktische Tat unsere Kräfte, undwir haben kaum noch Zeit zu irgend einer Unterhaltung über andere Dinge. Sonehmen wir unser Leben, wie es ist. Aber es tat gut, wieder einmal mit rich-tigen Freunden beisammen zu sein.- Wenn Ihr, während ich schreibe, meine Ge-danken spürt, dann werdet Ihr fühlen, dass ich heute mit besonders warmenWünschen bei Euch bin, und sie gelten nicht nur für heute, sondern für daskommende Jahr- und für die Zukunft."

An Max Schlesinger schreibt sie:

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" Manchmal möchte ich drüben in Deutschland sein, aber ich möchte mich nichtmehr in Linienkämpfen und anderen' Quisquilien' abquälen müssen, sondern nurruhig arbeiten, wie es mir ichon*** in den letzten Jahren vor der Emigrationeigentlich das Liebste gewesen wäre. Haben Sie auch manchmal etwas Heimweh?"Nachdem die Postverbindung zwischen Deutschland und den USA sich ebenfalls ge-bessert hatte und Briefe nur noch wenige Tage brauchten, und es sich allmäh-lich in weiten Kreisen herumgesprochen hatte, dass Marie Juchacz , unterstütztvon Emil Kirschmann und Käthe Fey, eine von starkem Idealismus getragene Ak-tivität entwickelten, um der Not in Deutschland zu begegnen, trafen auch fürEmil Kirschmann so viele private Briefe ein, dass er Anfang 1948 ebenfallszum Hilfsmittel des vervielfältigten Rundbriefs greifen musste. Auch darinklingen schon Töne mit, die zeigen, dass das Heimweh gross ist:" Mich zieht es in die alte Heimat zurück, gerade weil es nicht so gut gehtdort drüben. Und weil ich dieses Gefühl nicht verstecke, sondern ruhig undvertrauensvoll zeige, sollt Ihr nicht drängen. Sobald es möglich ist, werdeich kommen."

Der Gedanke, doch einmal in absehbarer Zeit die New Yorker Zelte abzubrechen,hatte sich bei allen Dreien, Marie, Emil und Käthe, schon festgesetzt. Aberman forcierte nichts, traf noch keine Vorbereitungen, sondern ging noch in-tensiver der Arbeit nach, so weit das körperlich möglich war. Marie hatte sichso in das von ihr aufgezogene Verbindungsnetzt eingespielt- wobei ihre gros-se und starke Persönlichkeit für den wirklichen Erfolg doch immer den letztenAusschlag gab-, dass es ihr klar wurde, dass es für die Funktion, die siesich selbst zugedacht und mit aller Energie ausgefüllt hatte, keinen Nachfol-