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Seiten zusammen' Vom Beginn der Arbeiterwohlfahrt USA bis zum März 1948'.Um die Spender von Geldbeträgen,■■* x* x* x Lebensmitteln, Kleidungsstückenund anderen Utensilien zu überzeugen, in welcher Form die Spenden verwen-det würden, machte sich Marie eine beinahe unheimliche Arbeit:
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" Wie ich den nach Eurer Meinung so überzeugenden Be icht über die Nähstubenfertigbrachte? Ich habe aus jedem der Briefe privater Art, die ich erhieltstets herausgeschrieben, was über die Arbeit der AW gesagt wurde. Wenn esmir richtig und zweckmässig erschien, habe ich dann Durchschläge an HerthaKrauss, an Sollmann und an andere geschickt. Immer mit persönlichen Anschreiben. Auch an Elsa Brandstroem , die ja nun nicht mehr unter uns ist. HerthaKr. und Sollmann haben sich von allen als die fruchtbarsten erwiesen. DurchSollmann habe ich für viele Einzelpersonen Pakete bekommen. Das ging so vorsich: seine Schule( Quaeker- College) hat am Essen gespart, um jede Woche einPaket senden zu können. Studenten, die etwas mehr Geld haben- meist sindsie arm, manchmal haben sie aber auch Bindungen in andere Länder- schickendann auch mal selber oder zu zweit etwas nach Deutschland . Das ist nur bei-spielhaft skizziert. Sollmann hat auch sonst viele Freunde, die er animier-te. Er macht auch Vortragsreisen, und wenn ich ihm dann gerade eine frischeund persönliche Schilderung schickte, hat er das in seine Vorlesungen miteingeflochten. Ihm gegenüber musste ich also Wert legen auf Einzelfälle.Bei Hertha Kraus habe ich mehr das allgemein soziale aus der Arbeit verwen-det. Was ihr dann inter essant erschien, hat sie zusammengefasst, übersetztund im' Friends Service Committee' ausgewertet- sie ist ja dort nur bera-tend tätig. Ihr Beruf ist Unterrichten, denn sie ist am Bryn Mawr College als Professor tätig. Da ich doch Auszüge machen musste, auch für unserePropaganda, habe ich das ganze Material gesammelt. Es sind dicke Mappen,die nicht etwa sachlich geordnet sind. Hinzu kam, dass mir durch Max Hof-mann in Schweinfurt , Lieselotte Weiss in Frankfurt und durch einige andereStellen Zeitungsausschnitte zugingen. Auch aus dem Saargebiet bekam ichZeitungen, dann den Telegraf aus Berlin , die Rheinische Zeitung aus Köln ,gelegentlich die Freiheit aus Mainz , und ab und zu ein Münchener Blatt.Natürlich war der Briefverkehr die lebendige Ergänzung, das ist doch un-mittelbarer. Aber auch die' Mitteilungen',' Neues Beginnen' und das Battvon Paula Petrasch- Keller aus Franken sollen bei dieser Aufzählung nichtvergessen werden.
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Und jetzt ist es so, dass ich die Zeit für diese Arbeiten- so wichtig sieauch sind- einfach nicht mehr aufbringe. Wenn ich mehrmals in der Woche imAW- Büro bin, nebenbei unsere kleine Häuslichkeit versorge, die nicht kleineKorrespondenzź recht und schlecht pflege, Sitzungen besuche und vieles an-dere mehr, dann kann ich keine noch so primitive Archivarbeit mehr machenund die Sammlung auch nicht auswerten. Das ist vorbei. Wie es weitergehen