Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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sondern auch durch die täglichen, leider oft sehr unangenehmen Erfahrungenwieder aufgerührt werden. Nun brauchst Du aber nicht zu denken, dass ich mitirgend jemand von Euch rechten will. Ich nehme an, dass es garnicht möglichgewesen wäre, wie sie mir zum Besten der AW- vorschwebte."

die Entwicklung so zu beeinflussen,

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Die mit Arbeit angefüllten Wochen vergingen hüben und drüben schneller, alses den AW- Beteiligten in New York und Hannover bewusst wurde, und auch dieWährungsreform wurde- zumindest von den' Amerikanern', von Marie, Emil undKäthe nicht so zur Kenntnis genommen, wie es wahrscheinlich unter wenigerarbeitsüberlasteten Umständen der Fall gewesen wäre.

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Erst am 16. September 1948- zu einer Zeit, als das Dreigespann eigentlichschon längst in Deutschland sein wollte- meldete sich Marie bei Lotte Lemke mit einem privaten Brief:

" Du schweigst in allen Sprachen. Ich kann mir nur denken, dass Du entwederwieder krank bist, beruhige mich aber dann mit dem Gedanken, dass ich danndoch sicher von einer dritten Stelle etwas darüber gehört hätte, von DeinenMitarbeitern oder von Hertha Gotthelf.

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Wenn man hier so' in der Arbeit steht', wird man oft gefragt:' Was hören Siejetzt, nach der Währungsreform, von drüben? Wie sieht es aus? Nach den Brie-fen, die wir von unseren Freunden, Verwandten und Bekannten bekommen, nehmenwir hier an, dass die Notwe dnigkeit, drüben zu helfen, stark nachgelassenhat, man kann ja drüben alles kaufen....'. Darauf muss ich antworten kön-nen, denn selbst die lebhafteste und gesundeste Phantasie muss etwas Nahrunghaben, um in Wort und Schrift auf solche Bemerkungen reagieren zu können. AusDeinem Brief vom 1. Juli- so lange ist das nun schon wieder her!- erseheich, dass Du alle Hände voll zu tun hast, um mit den Schwierigkeiten der Wäh-rungsreform fertig zu werden. Davon habe ich mir im grossen Rahmen eine Vor-stellung machen können, d.h. auch schon vorher, denn die' Gründungen' warenan Zahl und Umfang für mein Gefühl beängstigend. Auch erinnere ich mich, dassRobert Görlinger einmal eine solche Befürchtung aussprach. Aber im einzelnenweiss ich natürlich doch nicht so recht Bescheid. Das ist an sich auch nichtnötig, denn für meine Orientierung würde schon ein summarischer, anschauli-cher Bericht genügen.

Meine Reiseangelegenheit schwebt. Stampfer und sicher auch Sollmann, der jadrüben war, haben Euch darüber erzählt, dass es in den meisten Fällen einigeMonate dauert, bis alles erledigt ist und man fahren darf. Einzelheitenerspare ich mir und Dir, aber ich komme. Und schreibe oder telegraphiere, so-bald ich etwas Bestimmtes sagen kann."