Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

- 353-

hell und luftig, die Möbel von ihm selbst frisch und sauber gestrichen.

Wenn Marie geglaubt hatte, wirklich ungestört und ganz nach eigenem Wil-len erst einmal mit sich selbst fertig werden zu können, war das ein Irr-tum,* x* x* x* x***************************** иxйяккяxяkkя dessen inд stil-les Eingeständnis sie selbst garnicht überraschte. Sie wusste, dass sichsehr bald manches rühren und regen würde, aber sie wollte in ihren Ent-scheidungen frei bleiben. Einen kleinen Kummer gab es, als ihr Sohn Paulwenige Tage nach ihrer Ankunft krank wurde und mit hohem Fieber zu Bettgehen musste. Dann kamen die ersten Briefe mit Einladungen und mit Bitten,auf Bezirkskonferenzen, Tagungen, Versammlungen und Zusammenkünften allerArt grundlegende Referate zu halten oder zumindest zu irgend welchen Pro-blemen das Wort zu ergreifen. Sie hatte eigentlich von sich aus andersdisponiert und erst einmal mit den engsten Freunden private Treffen ver-abredet.

Schon am 17. Februar geht ihr erster Brief an Lotte Lemke nach Hannover :" Am Mittwoch wollte ich in Bonn sein. Paul Löbe telephonierte, dass keineSitzung sei, er würde anrufen.- So warte ich.

Heute, Donnerstag, wollte Fritz Roehl mit seiner Frau aus München kommen,im letzten Augenblick musste er telegraphisch absagen.

Auf jeden Fall möchte ich ab Montag in Düsseldorf sein.- Tatsächlich wür-de ich gerne zur Konferenz des Bezirksvorstandes Franken am 2. April nachNürnberg gehen. Irgendwann und irgendwo muss ja der Anfang gemacht werden,aber gleich mit einem grundlegenden Referat? Ich habe das Gefühl, erst ein-mal ganz warm werden zu müssen. Das kommt ganz aus meinem Gefühl, ich kannes nicht begründen.- Soeben ruft Bonn an, ich werde sofort abgeholt."Kaum 8 Tage später macht Marie von Düsseldorf aus mit Lotte Lemke brief-lich Programm:

" Mit einer kurzen Ansprache in Hamburg und Nürnberg bin ich einverstan-den. Mit Referaten möchte ich es doch bei dem jetzigen Zustand lassen. Mei-ne Hemmungen sind eher noch stärker geworden.( Dazwischen liegt jetzt dasTelefongespräch mit Dir). Ich hoffe, Du kannst mich unterbringen, denn ichmöchte zum 2. März nach Hannover kommen und von dort mit Dir dxxx nachWesterland und dann nach Hamburg gehen."

Fülle

ZV

Mitten in diese Reisezeit hinein fièè Maries 70. Geburtstag, den sie aufdem Nette- Gut bei ihrem Sohn verbrachte. Noch nie hatte das kleine Postamtin Weissenthurm eine solche von Briefen und Telegrammen bewältigen.esen Schon einige Tage vorher setzte die erste Flut ein, die sich biszum glücklichsten Tag von Marie zu einer wahren Sturmflut steigerte. Ausdem In- und Ausland kamen die Karten, Briefe, Luftpostsendungen und Tele-