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kenden Schwere miterlebte. Sie erkak die Belastung der Frauen, die mitvier Stunden elektrischem Strom auskommen mussten, davon zwei Stunden amTage, die sie als Berufstätige meist garnicht wahrnehmen konnten, um dannfür zwei Stunden in der Nacht extra aufzustehen, um zu nähen, flicken, wa-schen und zu bügeln. Sie sah, dass es kein Gas gab zum Kochen, und- nochviel schlimmer- dass es kaum etwas zum Kochen gab, kein frisches Gemüse,keine Kartoffeln. Sie sah die Folgen dieser sowjetischen Unmenschlichkeit,mit der versucht wurde, eine Stadt mit drei Millionen Menschen buchstäblichaus zuhungern. Sie sah aber auch, wie die von den Amerikanern eingerichtete' Luftbrücke' unter dem höchsten Einsatz von Menschen und Material spürbareErgebnisse brachte.Noch als sie in Amerika war, hatte die Blockade ein-gesetzt. Aus allen Berichten konnte sie sich zwar ein Bild machen, abercetztwas sie mit eigenen Augen sah, übertraf die kühhste Phantasie, in jederBeziehung zum Guten und zum Schlechten. Dass der Berliner Arbeiterwohlfahin der Blockadezeit besonders wichtige Aufgaben zufielen, ergab sich vonselbst, und es war eine wenn auch traurige Befriedigung für Marie, als siesah und hörte, wie in erster Linie den Berliner Kindern geholfen wurde, wiesie hinausgeflogen wurden aus dem Kessel, um nicht nur in Westdeutschland,sondern auch im Ausland für mehrere Wochen Ergolung zu finden.- Die Arbei-terwohlfahrt legte damals den Grundstein zu den Kinderaktionen, die heuteweit über den damals möglichen Rahmen hinausgehen.
Das Jahr der Wiederkehr von Marie nach Deutschland brachte für sie so vieleHöhepunkte, dass die Zeit schneller verging, als ihr selbst lieb war, odergar bewusst wurde. Kaum von Berlin zurück in Weissenthurm, hörte sie, dassEmils Brudere, Robert Kirschmann, nun doch schon- und diesmal wirklich fürWochen nach Idar- Oberstein kommen würde. Was sie vier Wochen vorherbeabsichtigte, konnte sie jetzt wahr machen: mit ihrem Sohn Paul in dieDoppelstadt an der Nahe fahren. Natürlich wurde das Wiedersehen überschat-tet durch Roberts Erzählungen von den letzten Stunden Emils in New York ,dass Käthe im letzten Augenblick die Schiffsplätze abbestellen und dasEhepaar Albrecht alleine reisen musste, und dass Emil am 12. April sanftentschlafen war. Robert hatte sich mit Käthe um die Erledigung der zwangs-läufig damit verbundenen Dinge gekümmert, es gab einige erschütternde Trau-erkundgebungen, und dann nahm Käthe das Angebot Roberts an, sich erst ein-mal in Meriden von allen Anstrengungen auszuruhen und in Ruhe zu überlegen,wie das Leben nun für sie als junge Witwe weitergehen könne. Käthe hattenoch eine der letzten Bitten erfüllt und seine Asche in einer Urne aufbe-wahren lassen, um sie, sobald es sich ergeben würde, nach Deutschland mit-nochzunehmen, damit* x* x* x* er auf deutschem Boden doch seine letzte Ruhe fin-
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