Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Begründerin dieser Organisation zukommen. Archive und Unterlagen gabes schon, aber Wissen und Gedächtnis von Marie mussten die Lücken, die********** es noch gab, ausfüllen. Dabei machte sie die Feststellung,dass eigentlich alles, was mit der Entstehung und Entwicklung dieserOrganisation zusammenhing, ihr bisher gelebtes Leben war, und ihr SohnPaul war der einzige omgoh, den sie- ж********* и mehr ein Bekenntnisals ein Geständnis- mit ruhiger Freude sagte:

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" Ich glaube, ein gutes und auch recht nützliches Leben hintermich ge-bracht zu haben."

Dieses Bekenntnis war aber zugleich die***** Erkenntnis von Marie, denLebensabend erreicht xxxжяжяx und damit auch ihre Aufgяkя menschlicheund berufliche Aufgabe erfüllt zu haben. Diese Erkenntnis galt abernicht für die Menschen, die sie nach wie vor in Anspruch nahmen, undfür die Probleme dieser Zeit, die- ein gutes Jahr nach der Währungs-in noch grösserer Zahl'

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reform nach einer Lösung verlangten, an der alle mitarbeiten muss-ten, also auch sie mit ihrem Bedürfnis nach äusserer Rækя und innererRuhe. Sie liess sich von den Strömungen tragen, und wenn sie von einerWelle an Land getragen wurde und Boden unter den Füssen spürte, standsie fest und gerade da, mit dem altersweisen und klaren Ausdruck, derdemnur zu gerne mit unzutreffenden Beiwort" würdevoll" bedacht wird, undsah schon mehr durch alsals aufauf die Dinge, die um sie herumvorgingen. Es klingt wie ein Widerspruch in sich, dass sie mit dieserwürdigen Ruhe trotzdem betriebsam blieb, denn überall dort, wo sie er-schien, geschah ja auch etwas, für sie selbst, für andere, und für die( WeiterentwicklungOrganisation und Arbeit der Arbeiterwohlfahrt, die in viereinhalbjäh-riger Nachkrieggs- Neuentwicklung grösser geworden war als bei ihrerradikalen Ausradierung im Jahre 1933.

ans Anlass des 30jährigen Bestekens der AWDie Solinger Jubiläumstage rückten schnell näher. Marie Juchacz nahman der Tagung mit den USA - Vertretern im Taunus teil, war einen Sprungin Köln , bereiste das Bergische Land , machte eine kurze Ruhepause inDüsseldorf , und fuhr dann zum Schauplatz des festlichen Ereignisses,- nach Solingen , wo in der Stadt und auf Schloss Burg vom 9. bis 11.Oktober 1949 das Festprogramm ablaufen sollte.

Diese" Deierstunde und zweite Reichskonferenz" wurde beherrscht vondrei profilierten Köpfen: Marie Juchacz , der Begründerin, Robert Görlinger , dem ersten Vorsitzenden, und Lotte Lemke , der Hauptgeschäfts-führerin.

Was alle drei bei ihren Begrüssungen zu sagen hatten, war knapp, unpathetisch und klar. Bei ihrer Ehrung zeigte Marie mit keiner Regung, was inihr vorging.