Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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in die Finger, und plötzlich merkt man, dass man Dinge geschrieben hat,die unter********* Umständen zu grösseren Befürchtungen Anlass geben kön-nen, als berechtigt und zutreffen ist. Nur- es wird im besten Fall nocheine ganze Weile dauern, bis die deutsche M** к******** к Bevölkerung inihrer Mehrheit zu wirklichen Demokraten geworden ist."

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Diese defaitische Beurteilung der Strömungen im Zusammenhang mit dem deut-schen Wehrbeitrag hatenichts mit dem Altern von Marie Juchacz zu tun.ehabt. Wenn ihr Körper auch nicht mehr so mitmachte, wie sie selbst manchesMal aus eigenen Entschlüssen doch noch wollte, so war doch ihr Verstandklarer und schärfer als je zuvor. Sie schrieb, vorübergehend ans Kranken-bett gefesselt oder in der freiwillig auferlegten Klausur, ständig an irgenwelchen Aufsätzen. Exxgabxxxxxnikкжжикжяжиx* x* x* x* X* XX***** Es wa-ren immer mehrere Themen, die sie reizten:

" Ich arbeite hin und wieder an der jetzigen' Gleichheit' mit, und auch ananderen Publikationen unserer Bewegung und Organisation."

Ob es sich um parteipolitische Zukunftsaufgaben handelte oder um ProblemeEilerder Jugenderziehung,- sie arbeitete mit dem gleichen Fleiss daran, mitdem sie sich schon als junges Fabrikmädchen Wissen und Bildung erarbei-tet hatte. Seitenlange Manuskripte und Veröffentlichungen aus dieser Zeitzeugen von diesem besessenen Fleiss.- Als sie am 15. März 1952 73 Jahrealt wurde, meinte sie im Kreis ihrer Familie mit einem Scherz und Lächeln,in dem sehr viel Ernst mitklang:

" Den 75. Geburtstag möchte ich doch noch ganz gerne erleben, das ist einerunde Zahl und auch das richtige Alter, um die Augen zuzumachen."

Auch in diesem beginnenden Frühjahr 1952 vergass sie nicht den Geburtstageines Menschen, dem sie innerlich verbunden war und blieb, auch wenn langeMonate des Nicht- sich- sehens oder des Nichts- voneinander- hörens dazwischenlagen: Louise Schröder . Diese beiden Frauen hielten sich gegenseitig diemenschliche Treue, die eigentlich nur darin bestand, dass sie sich gele-gentlich die Hand drückten oder sich ein paar Worte schrieben. Die Art ih-rer Verbundenheit war für keinen Aussenstehenden sichtbar, oder erkennbar.Sie wussten auch nicht viel xxxx voneinander aus ihren privaten Erlebnis-sen, und trotzdem genügte eine Andeutung, um sich zu verstehen. Sie warenbesorgt umeinander, und jeder gab jedem gu te Ratschläge für Arbeit undGesundheit.

Um diese Zeit schrieb sie auch An Martha- Eva Parker- Prochownik, mit derSchrieb sie etwas spätersie in ständigem Gedankenaustausch tand, einen längeren Brief nach Chi­ cago , eine Art Sammelbericht über das, was sich seit Weihnachten und demBeginn des Jahres 1953 alles eregnet hatte: