Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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" Vom 24. bis zum 27. Dezember war ich bei meinem Sohn und seiner Familieauf dem Nettegut in Weissenthurm. Doch dann bin ich von Freunden mit nachWinterberg im Sauerland mitgenommen worden, wo ich das neue Jahr im dickerSchnee anfing. Ich war zehn Tage dort, und es ist mir gut bekommen. Die-se Art Mütterheime sind von kurz vor Weihnachten bis zum 8. oder lo. Ja-nuar leer, weil man in diesen Tagen die Mütter nicht bekommt, was ja zubegreifen ist. So ist es möglich, einmal einige Tage dort ganz alleinezu leben.- Meinen Kindern geht es gut, und meine Enkelkähder, Pauls Söh-ne, entwickeln sich prächtig und sind bereits einen Kopf grösser als ich.Der Älteste, 17, ist als Lehrling in einer Obstbaumschule, der zweite, etewas über 15, arbeitet dort vorläufig als Jungarbeiter. Mein Sohn konntenoch keine Lehrstelle für ihn finden, er will ins technische Fach, wennmöglich: Ackerbaumaschinen. Auf 20 Angebote kommen zweihundert Bewerber.-Ich schicke Dir eine' G- eichheit' zu, die etwas von mir über Gertrud Han­ na enthält. Es ist nicht alles, was ich über sie zu sagen habe, aber Her­ ta Gotthelf bat mich sehr darum. Das kommt in einem Buch ausführlicherzur Sprache, an dem ich immer wieder arbeite, Biographien über' Frauenihres Jahrhunderts'.- Du siehst also: Gertrud Hanna ist nicht vergessen,aber in den zentralen Büchereien finde ich sehr wenig Material für meineArbeit. Die Hitlers haben verheerend auch darin gehaust, und der Parteivorstand hat alle Mühe, wieder ein halbwegs anständiges Archiv aufzubauen. Umso wichtiger erscheint es mir, x aus eigener Erinnerung und aus dem Webi-gen, das man zusammentragen kann, ein Bild dieser wertvollen Frau zuzeichnen.- Ja, die Schule und das Erziehungsproblem, so wie Du es vondort aus siehst: wir haben in jedem der deutschen ' Länder' ein anderesSchulsystem, und keines ist gut. Am besten ist es in West- Berlin aufge-baut, auch jetzt noch. Aber als es mit der sozialistischen Mehrheit zuEnde war, wurde es auch dort verwässert. Ich glaube, dass es sehrschwer ist, von aussen her die' herrschende Mentalität' ganz zu verste-hen. Wir, die wir lange Zeit fort waren und viele von denen, die sich imWinkel verstecken mussten, verstehen sie jetzt auch noch nicht. Eine Reiheguter und moderner Pädagogen versuchen, das zu ändern. Solange die CDU politisch den Ton angibt, wird das nicht zugelassen, das steht fest. DerWeg ist noch sehr weit für eine Änderung des Schulsystems. Ich glaube auch,dass Mccloy und seine katholische Frau deutscher Herkunft Herrn Konrad Ade­ nauer in dieser Beziehung nicht widersprochen und das heutige System fürDeutschland wohl für richtig gehalten haben. Die' Gleichheit ist nichtder Platz, um darüber zu diskutieren. Das geschieht gründlich und einge-hend im Neuen Vorwärts', veranlasst durch den' Kulturausschuss' und die' Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer'. Da es sich hier um ein Zen-tralproblem handelt, dürfte das die richtige Stelle sein. Auch die' Welt