seren Ideen weiterbaut."
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Die Berliner Tage hatten ihr so grossen Auftrieb gegeben, dass sie sichsofortnach Düsseldorf zurückgekehrt an die Arbeit für einen umfassenden Weih-nachtsaufsatz für die Zeitschrift der Arbeiterwohlfahrt' Neues Beginnen'machte:" Gedanken um die Jahreswende" schrieb sie nieder, wobei sie ausdem vollen und vielfältigen eigenen Erlebnis schöpfte. Vielleicht hat siean sich selbst gedacht, als sie diesen Satz**** formulierte:" Die Menschen sind hart geworden in der Notzeit der Vergangenheit. Wirwollen die, die noch- oder schon wieder- ihre Existenz gesichert ha-ben, feinfühlig und hellhörig machen für die tiefe Seelennot eines ein-samen Alters, das einmal seine Kraft hergegeben hat, um jetzt an der Käl-te der Jüngeren zu verzweifeln."
Dann ereignete sich etwas, was den Mitgliedern der Familie, den Freun-den und Mitarbeitern den ersten grossen Schrecken einjagte: Marie wurdevon einem Motorradfahrer angefahren und zu Boden geschleudert. Es sahsehr schlimm aus. Hoffnung hatte niemand mehr für die nun fast 75 Jahrealte Frau, dег**** яяя alle ein besseres Ende wünschten als dieses. Ta-gelang schwebte sie in grösster Lebensgefahr. Дяй ×× йж¤к* x* x* x* x* x* x* x* x**** ¤ ××× ¤¤¤¤¤ × кк* яяя Ihre Tochter Lotte war Tag und Nacht auf den Beinen,um die Fäden in der Hand zu behalten. Da geschah das. nächste Unglück:Maries Sohn Paul war in diesen Tagen, in denen sie gerade die schlimmsteKrise überwunden hatte, seiner Mutter im Tod vorausgegangen. Alle- Ärz-te, Familienmitglieder und engste Freunde waren sich klar darüber, dassdie Wahrheit verschwiegen werden musste, wenn man Maries Leben rettenwollte. So hatte Lotte die traurige Aufgabe, ohne Wissen der Mutter denBruder unter die Erde zu bringen. Noch schlimmer war es, wenn Marie sichim Krankenhaus in wachen Stunden nach verschiedenen Dingen erkundigte,nach dem Befinden von Angehörigen und Freunden, und mit Ausreden ge-täuscht werden musste. Als sich dann Maries Zustand erheblich besserte954und sie Anfang Februar in das Mütterheim der Arbeiterwohlfahrt nach Win-endlichterberg im Sauerland gebracht werden konnte, glaubte Lotte Juchaczydenendlicher Zeitpunkt gekommen, um der Mutter die traurige Wahrheit zu un-terbreiten. Marie nahm sie mit der Gefasstheit auf, die sie bei allenharten Schlägen ihres bisherigen Lebens- beim Tod ihrer Schwester Eli-sabeth und dem Emil Kirschmanns gezeigt hatte, und es gibt keine einzi-ge schriftliche Zeile in den Briefen, die sie danach an ihre Freundeschrieb, in denen sie vom Verlust ihres Sohnes oder gar von Gefühlendarüber spricht. Den ersten Brief schreibt sie aus Winterberg an Martha-Eva Parker- Prochownik nach Chicago :Oun 11. Felmar 10,54
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