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Dr. R.
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Inzwischen habe ich nun auch Dein Buch erhalten und freue mich sehr darü-ber, dass Du es herausbringen konntest. Es wird sicher für unsere Jugend,die von den Vorkämpferinnen so wenig weiss, sehr wertvoll sein, und füruns Alten ist es eine schöne Erinnerung an die vergangene Arbeit. Ich hof-fe, dass das Buch eine ausgedehnte Verbreitung finden wird, da bin mitallen guten Wünschen bei Dir."
Marie antwortete postwendend:
" Ja, ich war in München und es ging recht gut, wenn ich auch meistens nachmittags im Bett war. So habe ich von dem Beisammensein mit Freunden und voMünchen nicht so viel gehabt, wie meinem Wunsch entsprach. Ich hätte Dichgerne dort gesehen, zumal mir zu meiner Freude von verschiedenen Seitengesagt wurde, dass auch Du Dich nach Deiner schweren Krankheit sehr sicht-bar erholt hast. Unlängst waren hintereinander Hanna Hertz und Bella Hirschfeld bei mir, die mir das Gleiche berichteten. Wie schön ist das. Und inMünchen sah ich u.a. auch Anna Nemitz und Dorothea Hirschfeld . Anna be-suchte mich am Tage ihres Abflugs noch in Düsseldorf. - Nun werdet Ihrbald Pauls 80. Geburtstag feiern. Ich wünschte, dass ich dabei sein könnte,aber ich werde viel an Euch denken."
vor
Unmittelbar xxxx Weihnachten gab es im Befinden von Marie Juchacz einenunerfreulichen Rückfall, der sie zu konsequenter Bettruhe und völliger Un-tätigkeit zwang. Käthe Kirschmann- Fey musste einspringen, um daк die brief-liche Verbindung mit den vielen Freunden aufrecht zu erhalten, auch wenndas, was sie zu schreiben hatte, unerfreulich war.
[ Ein
grosses Leben
klingt aus
te
Es mag wie eine symbolhafte Fackel gewesen sein, als zur gleichen Zeit,langsamenin der sich Marie Juchacz zum Sterben schickeanschichte, durch einen elektrischen
Kurzschluss der grösste Gebäudeteil in Bonn , in dem der Hauptausschuss derArbeiterwohlfahrt residierte und an dessen Entstehung Marie lebhaften An-teil genommen hatte, niederbrannte. So brannte auch ihr Leben aus. Am 28.Januar 1956, gute sechs Wochen vor ihrem 77. Geburtstag, verliess sie dieWelt, der sie ihr Leben geopfert hatte. Maries Tochter Charlotte Juchaczhatte es nach Verständigung mit Lotte Lemke übernommen, den familiärenund engeren Freundeskreis zu verständigen.
Am Mittwoch, den 1. Februar 1956, trafen sich im Krematorium des Westfried-hofs in Köln- Bickendorf die vielen Freunde und Mitarbeiter zum letzten Ab-
meldete sind noch
mit einem Trauergruss
bei
K₁ara und August Kirschmann:
Es ist ein Jammer, dass mit den üblichen Methoden dem Leiden von Marie Juchacz nicht beizukommen war. Sie hätte noch lange als guter Geist der Arbeiterwohlfahrtwirken können Gerne hätte ich Ihnen heute Nachmittag in Köln bei der Trauerfeiermein Beileid ausgesprochen, aber nach kurzer Fahrt musste ich wieder umkehren, dabei der aussergewöhnlichen Kälte mein Wagen defekt wurde.