Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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" Unsere Arbeit"

inzwischen umgetaufte

Die Zeitschrift der Arbeiterwohlfahrt?*************** widemete dengrössten Teil ihrer Februarausgabe der Erinnerung an Marie Juchacz :" Vier Tage lang wehte von dem Gebäuderest des AW- Hauses in Bonn , den derBrand verschont hatte, die Flagge auf Halbmast. Die Arbeiterwohlfahrttrauerte um Marie Juchacz . Mit ihren Angehörigen vereinten sich nocheinmal viele Freunde aus ganz Westdeutschland und aus Berlin um ihrenSarg, um Abschied zu nehmen. Eine kaum übersehbare Fülle von Blumen undKränzen zeugte von der Liebe und der Dankbarkeit, die ihr entgegengebrachwurden. Worte der Trauer wurden gesprochen, ihr Leben und Wirken, ihr Beispiel und Vorbild gewürdigt und das Bekenntnis abgelegt, in ihrem Gei-ste weiterzuarbeiten und ihr Werk fortzusetzen.

Für die Arbeiterwohlfahrt sprachen Worte des Abschieds Heinrich Albertz und Lotte Lemke , Herta Gotthelf sprach im Namen des Parteivorstandes derSPD , Theo Burauen als Bürgermeister******* иx der Stadt Köln , von welcherMarie Juchacz ' politische und sozialpolitische Arbeit ihren Ausgang ge-nommen hat und in welcher sie ihre letzte Ruhestätte neben ihrer gelieb-ten Schwester Elisabeth Kirschmann- Roehl haben wird. Für die Frauen desalten Reichstages und für die Bonner Bundestagsfraktion der SPD sprachLouise Schroeder . Im Namen der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbändeder freien Wohlfahrtspflege würdigte Frau Frieda Cleve die Persönlich-keit von Marie Juchacz .

Der enge Freundeskreis wusste seit langem, dass eine ernste Krankheitan ihrem Lebensmark zehrte. Wir sahen mit Sorge den zunehmenden Kräfte-verfall, erlebten aberbach voller Bewunderung ihr stets gleichbleibendesInteresse an der Arbeiterwohlfahrt und die gütige und verständnisvolleAnteilnahme an menschlichen Schicksalen. So ist sie bis in ihre letztenLebenstage hinein mitdenkend und mitfühlend uns eng verbunden gewesen.Dass der Tod schliesslich Erlösung von qualvollem Leiden brachte, nimmtunserem Schmerz zwar die Bitterkeit, mindert aber nicht die Trauer.Die Lücke, die ihr Tod in unsere Reihengerissen hat, werden wir immerschmerzlich empfinden, aber eines wird uns dabei ein Trost sein können:in ihrem Werk, in der Arbeiterwohlfahrt wird Marie Juchacz weiterleben.So wie der Same, aus dem ein Baum wird, mit seinen Kräften und Anlagenden Baum durchzieht und durchdringt bis in die Blätter, die Blüte unddie Frucht, die wieder Samen wird für neue Bäume, so wird auch das,

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was Marie Juchacz an Vorstellung und Plan, an Geist und Idee in denjungen Wohlfahrtsverband Arbeiterwohlfahrt hineingegeben hat, in ihmwirksam bleiben.

Wir aber sind die Erben! Die Erben auch ihres Geistes, dieses leidenschaflichen Geistes im Kampf gegen das Elend

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gegen alle