Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

.

.

50-

denbesuch den Schneidermeister Bernhard Juchacz traf und mit diesemins Gespräch kam, ergab es sich fast von selbst, dass beide beschlos-sen, gemeinsam eine Werkstatt zu betreiben. Aus dieser beruflichen Zu-sammenarbeit ergab sich eine menschliche Bindung, die xxxk bald daraufzu einer Ehe führte.

In ihren Aufzeichnungen ist Marie nur mit wenigen Worten auf diesesEreignis eingegangen:

um

" Auch geheiratet habe ich. Dass ich in der Ehe nicht glücklich war,soll hier nicht besprochen werden. Dass ich zwei Kinder hatte, war meingrosses, wenn auch zuerst recht schmerzliches Glück. Dass ich damitaber alle Schwierigkeiten der aleinstehenden Frau aus eigener Erfahrungkennenlernte, und Elisabeth mit mir, soll hier doch erwähnt werden."Mit diesem kurzen Hinweis fand ich Marie Juchacz ab und brachte damitzum Ausdruck, dass es ihr Wunsch sei,-wenn sich Menschen später einmalTabu- rklärungmit ihrem Leben beschäftigen sollten-, diesex xxxxxx zu respektieren.Um aber auch diesen Lebensabschnitt von Marie mit seinen vielfältigenmenschlichen Kom likationen kennen und damit Wesen und Charakter die-ser Frau besser verstehen zu können, musste der Biograph versuchen,xxxx aus dieser Zeit Informationen zu erhalten, was auch mit einigerMühe möglich war, aber nicht mit der Absicht, sie mit allen Detailswiederzugeben, sondern Ursachen und Wirkungen zu erkennen, xxdXXXXXMarie Gohlke und Bernhard Juchacz hatten sich nicht nur zusammengefun-den, um in gemeinsamer Arbeit die wirtschaftlichen Möglichkeiten fürzwei Menschen zu verbessern. Dass sie heiraten wollten, stand fest,denn Bernhard nahm Marie einmal zu seinen Eltem, die in Böhmen lebten,mit, um sie dort als seine zukünftige Frau vorzustellen. Dass sich Ma-rie in dieser Zeit mit Bernhard gut verstanden haben muss, ist aus derTatsache zu entnehmen, dass sie den strenggläubig katholischen ElternBernhards versprach, sich auf jeden Fall katholisch trauen zu lassen,was später auch geschah. Marie hatte auf Bernhards Eltern einen sehrguten Eindruck gemacht und sie waren mit dieser stillen, klugen,fleissigen und strebsamen яxkx* x* яakkxxx Schwiegertochter sehr einver-standen. Auf der anderen Seite wollte zwischen den Eltern von Marieund Bernhard kein engeres Verhältnis entstehen, obwohl Vater und MutterGohlke grundsätzlich eher damit einverstanden waren, dass Marie heira-tete, anstatt sich um spätere berufliche Aufgaben zu sorgen.Von den zwei Kindern, die Marie erwähnt, wurde das erste, die TochterCharlotte, am 3. Dezember 1903 geboren. Marie stand sowohl vor als auchnach der Geburt ihrer Tochter fest auf beiden Füssen , versorgte ihrenkleinen Haushalt, arbeitete für das gemeinsame Geschäft, das so vielabwarf, dass es der dreiköpfigen Familie recht gut ging, denn Marie