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man Wunderdinge berichten. In den USA tut man wirklich etwas für die Ju-gend, und trotzdem hat man mitunter das Gefühl, als müsste man dieselachende Jugend, die dennoch Fischblut in den Adern zu haben scheint,in aller Freundschaft wachrütteln, um ihnen von der Welt zu erzählen,wie sie wirklich ist, um sie vor einem späteren, weit schrecklicherenErwachen zu bewahren."
Marie sieht aber in den ersten Tagen in Scattergood nicht nur die Men-schen, sondern auch ihre Umgebung, entdeckt" Bäume, auf denen das Augeausruhen kann", Siedlungen, das Land und das Vieh:
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" Die Fahrt von hier nach dem akxx eine gute Stunde entfernten Iowa gehtdurch gewelltes Land. Hier und da sieht man einen grösseren Bauernhof,jeder hat einen Windmotor. Man sieht auch hohe, gemauerte Silos, undSchweine und Kühe sind selbst wie jetzt bei dickem Schnee draussen.Grosse, lang ausgedehnte Maisfelder das Rohr steht noch säumen dieLandstrasse. Deshalb gibt es hier viel Schweine zucht. Milch gibt esüberreichlich, sie steht auch hier im Heim in jeder Menge ur Verfügung.Und alles ist tiefster Friede. Fast unheimlich./ Und heute Abend wird' Valentins Day' gefeiert."
Nach knapp drei Wochen Aufenthalt in Scattergood schreibt Marie am 11.Februar 1942 an Emil Kirschmann :
" Alles, was Du mir über das Lernen der Sprache schreibst, ist tröstlich,aber ich habe oft schwarze Stunden. Mein Bedarf an' Sensationen' istreichlich gedeckt, die ihr ruhige Atmosphäre hier tutmir wohl, sehr wohl. Dagegen quält mich die Weltsituation sehr. Ich höreund lese zu wenig Unmittelbares. Radio? Es wäre schon etwas wert. Derschone Apparat im living- room wird immer dann, wenn ich mir eine freieStunde machen kann, zum Abhören von Musik gebraucht. Ein Teil der Mitbe-wohner kann seinen News- Bedarf im Zimmer decken, sie haben eigene Appara-te, und andere begnügen sich gerne mit dem, was sie im Vorbeigehen auf-fangen. Uninteressiert ist keiner, aber gerade in dieser Beziehung quältmich die Sprachhemmung doppelt. Ich bin im Unterricht, bei Tisch und beider Abendunterhaltung gehemmt, ein Gespräch anzuschneiden oder durch Fra-gen dahin zu lenken, wohin ich es haben will.- Hast Du Dich in Deinenwenigen politischen Randbemerkungen nicht verschrieben? Du saget: dieAchsenmächte, scheint mir, erleben einige ihrer schwarzen Tage. Mirscheint, dass es im Augenblick gerade umgekehrt ist. Aber sonst stimmtalles das, was Du schreibst, haargenau. Bob( ein Lehrer in Scattergood)ochst jetzt mit mir die unregelmässigen Verben und die Zeitformen durch.Erfweiss genau, dass ich nicht anfange zu sprechen, wenn ich das Ge-fühl habe, im Dunklen zu tappen.' Michaels mother told him, that shehas always felt as if she were blind, for although she had eyes, she x- x.