Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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enthält. Das ganze Heft- eine Zusammenfassung von Februar 1930 bisEnde 1940- ist wundervoll illustriert und mit Statistiken versehen,und natürlich amerikanisch aufgemacht, mit Riesenziffern usw., aberdennoch eine ernsthafte und packende Angelegenheit.

Ich möchte dazwischen aber doch auf das Problem zurückgreifen, das Dichund mich stark beschäftigt: Deutschlands - oder auch Europas Gesicht XXXnach diesem Kriege. Wenn Du es schaffst, eine Arbeit zu machen, wie Dusie angefangen hast, würde ich mich sehr darüber freuen. Davon macheaber bitte einen Durchschlag mehr, den ich für mich behalten kann. Indiesem Zusammenhang: Stampfer besprach das Buch Two Way Passage'byLouis Adamic . Ich entnahm daraus, dass es sich mit' Amerikas Sendung inEuropa ' beschäftigt. Solltest Du es nicht bei Willi finden und einse-hen können? Von wem ist eigentlich' Europe Speaks'?Churchills Rede habe ich ganz zufällig gehört( manchmal hat man Glück),aber alles verstanden habe ich nicht. Da war es mir doppelt lieb, sienachlesen zu können. Am Mittwoch machten wir einen grösseren Trip zueiner Siedlung deutschen Ursprungs.' Amana' heisst das Kind. Der Nameist biblischen Ursprungs und der Zusammenhalt der Siedlung und ihrerBewohner religiös- sektiererhaft. Die wirtschaftliche Organisation die-ser Siedlung war bis 1932 ganz kommun und ist jetzt genossenschaftlichmit Einordnung in die allgemeingültige Form der Nationalwirtschaft. Withother words: they make business. Ich will nicht viel darüber schreiben,zumindest war ich die einzige, die 25 Cents für ein Heft ausgegebenhat, um die History of Amana' zu verstehen. Du kannst es später ein-mal überlesen. Es gibt viele ähnliche Siedlungen in den USA , und inder letzten Volkszeitung war auch ein Beispiel in Segers Reisebericht.Hier in Scattergood häuft sich die Arbeit, besonders für die Männer:Fensterputzen, Verkitten, Ausbessern, ein wenig mit Farbe arbeiten,Fliegenfenster einhängen, Rasen schneiden. Das ist nicht schlimm, wennes aufgeteilt wird. Prinzip ist, dass zwischen staff and other people kkein unterschied gemacht wird, und das wird auch eingehalten. Wenn wirk-lich einmal hier und da etwas gelockert wird, dann zugunsten der Frauen,indem man bestiamte Dinge als man's work bezeichnet. Dabei komme ichnatürlich mit meinem Alter gut weg. So hatte ich diese Woche für disheswashing after breakfast and lunch eingetragen. Beides nimmt jedesmaleine knappe Stunde in Anspruch. Da hat man' after lunch' gestrichenund mich für' mangling' eingeschrieben. Das sind zwar auch drei mal eineStunde, aber ich sitze dabei an der elektrischen Maschine und es istwirklich nicht anstrengend. Solche jobs gibt es mehrfere. Aber auf einskommt es an: auf die Einstellung, die man dem hostel gegenüber hat. Kei-ne Dankbarkeit zur Schau tragen und nicht devot sein, sondern alles als

mich für