Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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leseautalt

Haushalt, Fabrik und Belege

Das Problem der Berufswahl der Kinder spielt in jeder Familie eineRolle, sobald die Schulzeit zu Ende geht. So war es auch in Hause derfürFamilie Gohlke, wobei es bei Maries älteren Bruder Otto leicht war, ei-ne Entscheidung zu treffen. Der Junge hatte nach gründlicher Ausbildungim Geschäft des Vaters noch seine dreijährige Militärdienstzeit absol-viert und xxxxxxxxxk, de Marie mit der Schule fertig war, einege]gute Stelle in einer Baufirma.gafxxdan Das geschah zur rechten Zeit,denn Vater Gohlke, 53 Jahre alt, musste sich xxxax bei der Arbeit schonanstrengen und gelegentlich grössere Pausen einlegen, weil die Kräftenachliessen.

Für Marie war das Problem der Berufswahl wesentlich schwieriger zu lö-sen, denn zu dieser Zeit gab es für Mädchen mit einfacher Volksschul-Ausbildung keine grossen Möglichkeiten. Die Klassenkameradinnen vonMarie wollten zuerst in einen Haushalt, in ein Geschäft, und dann soschnell wie möglich in die Fabrik, un hier in Akkordarbeit möglichstviel Geld zu verdienen und danach ebenso schnell zu heiraten.Für diesen" Berufsweg" verspürte Marie nicht die geringste Neigung. Siehatte schon so viel Neues aufgegriffen, hatte vieles gelegen und auchzu Hause mit den Eltern darüber gesprochen, sodass sich bei ihr einewenn auch noch unklare Vorstellung gebildet hatte, dass auch eine Fraueine berufliche Aufgabe erfüllen kann. Ihr Bruder Otto hatte sie darinbestärkt, ohne ihr allerdings konkrete Vorschläge machen zu können.als könkönigre Rekrut in die Kagerne eingezogen und als einge-

soxia

ihrer

en. In diesen Tagen war Aeraktak der einzige Mensch, mit dem sie sich ausführlich über al-les unterhalten konnte. Mit ihren fünfzehn Jahren hatte sie den siebenJahre älteren und erwachsenen Mann geistig bereits eingeholt, sah abernoch nicht auf den Grund der Dinge und glaubte, dass Otto ihr dabei hel-fen könne. Wenn Marie ihm erklärte, dass sie einen richtigen Beruf er-lernen wolle, mit Prüfungen und allem, was dazu gehört, konnte ihr Ottonur antworten, dass es mit diesen Schulausbildung wahrscheinlich dochnur zur Hausangestellten oder Fabrikarbeiterin reiche, wenigstens solange, bis sie heiraten könne. Dann sei sie ja versorgt. Aber Marie woll-te nicht" versorgt" sein. Ihre heimlichen Interessen kateen sie schonauf den Weg gebracht, der einmal ihre Lebensaufgabe werden sollte, aberdas wusste Marie noch nicht. Sie schnitt sich aus Zeitungen bestimateArtikel aus, um sie mehrere Male durchzulesen und dadurch ganz zu ver-stehen, besorgte sich Bücher, in denen bereits politische Probleme an-