Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Families- and Brits- Prolang

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Probleme

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Hinzu kam das Otto das Elternhaus verliess und eine eigene Wohnungin Landsberg einrichtete,$ b waren die Eltern mit ihrem jüngsten Kind,der neunjährigen Elisabeth, alleine. Marie erkannte schon zu dieserZeit, dass grosswerdende Familien keine Familien mehr sind, sonderndass das" in Verwandtschaft ausartet". Die Eltern von Bruder OttosFrau Eveline kamen ja noch dazu, und wenn alle einschliesslich demNeugeborenen in der kleinen Dachwohnung in taxxkaxx Landsberg zusamemensassen, waren es 8 Menschen, viel zu viel für Marie, die sich durchihre Arbeit in der Irrenanstalt nicht zu einem" Gesellschaftsmenschen",sondern in sein Gegenteil verwandelt hatte. Deshalb sass sie schweigenȧdabei, wenn sich die anddeen über Dinge unterhielten, die ihr zwarnicht fremd waren, weil sie nun enmal zum Leben der Menschen gehören,die ihr aber nebensächlich, ja unwichtig erschienen gegenüber den Fra-gen, die für die von Tag zu Tag umfassender wurden. Ihr Bruder Uttemachte ihr in dieser Zeit gelegentlich Vorwürfe und deutete ihre Re-serviertheit teils als Scham, teils als Überheblichkeit, ging aber mitdiesen Feststellungen erheblich an den Zx* x* x* x* x* x* x* wirklichen Ur-sachen vorbei, nämlich an der Tatsache, dass sich die geistigen Inter-essen von Marie schon zu dieser Zeit auf Gebiete erstrecktenauch noch nicht in der Erkenntnis der klaren Zielsetzung-, die nichtsehr viel später schon zu ihrem sozial- politischen Aufgabengariatbezirkgehören sollten. Wenn Marie nach fast vollendetem Leben schrieb, dasssich fast alles aus Zufälligkeiten und Zeitumständen ergab, vergass siedabei die einzige wichtige Tatsache, dass zum Zufall und zum Zeitumstannoch etwas gehört: der Mensch mit einer bestimmten Veranlagung geisti-ger, seelischer und charakterlicher Art. Mit dieser besonders qualifi-zierten Veranlagung fügte sie sich in die Entwicklung einer Zeit, derenbesondere Merkmal der Kampf des Proletariats um seine sozialen RechteCher warкx. Marie war von Geburt und Erziehung weder Arbeiterin och Prole-tarierin. Ihre Vorfahren waren Bauern und Handwerker, zum Teil hochLeibeigene, in eine Provinzstadt verschlagen, vom Gefühl aus mehr demBürgertum als der Arbeiterschaft verhaftet, und durch die schlechtewirtschaftliche Situation nicht proletarisiert, sondern sehr oft" fi-naziell sehr eingeengt", also verarmt. Das sind zu dieser Zeit zweigrundverschiedene soziale Auffassungen, aber Marie ging den Weg der Ar-beiterschaft, obwohl sie in ihrer wichtigsten Wachstums zeit mehr derkleinbürgerlichen als der proletarischen" Bestrahlung" ausgesetzt war.Sie musste diesen Weg schon deshalb gehen, weil sie instinktiv fühlte,dass die in weiter Zukunft liegende Entwicklung zwangsläufig zur Gleich-berechtigung der Frau führen müsse. Der Kampf um diese Gleichberechti-gung war ausschliesslich eine Forderung der Sozialdemokratie seit derenBestehen.

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