77
gen, diese Frage der Teilnahme von Kindern an Nachtfesten oft ange-schnitten und immer nur Zustimmung für meine Ablehnung gefunden. FrauBäumler hat mir übrigens nach der Sitzung gesagt, dass ich wohl sach-lich im Recht gewesen sei, dass es aber nicht klug gewesen wäre, die-ses Recht in den fraglichen Augenblick durchzusetzen. Es wären nures Festesdie Eintracht des Vereins und die Befies gefährdet worden.
Als es dann so weit war und das Fest ablief, lagen während des Tan-zes die vielen Kinder( auch die der energischen Berlinerin) auf undunter den Bänken und Stühlen im staub und schliefen in Bier- undKaffeedunst, nachdem sie vorher durch ihre Unruhe die Darbietungenfür die Erwachsenen nicht genussvoller gemacht hatten.
Mit diesem kleinen Beispiel wollte ich nur zeigen, dass auch Schwie-rigkeiten zu überwinden waren, die aus dem Kleinen und Menschlichenentstanden."
Die Frauen- und Mädchen- Bildungsvereine, nicht nur in Berlin , Schöne berg und den anderen Berliner Vororten, sondern im ganzen Reich ha-ben ganz allgemein- wertvolle Pionier- und Kulturarbeit geleistet.Die meisten Veranstaltungen hatten Niveau.
Nach Ansicht des Parteitags und auch der Frauenkonferenz waren durchdas Koalitionsrecht, das auch den Frauen eingeräumt worden war, dieseVereine, xxax die als getarnte sozialistische Frauenorganisationenoperierten, überflüssig geworden. Im Laufe der Zeit lösten sie sichauf, indem sie von anderen nunmehr frei auftretenden Organisationnen aufgefangen wurden. Nur ein Verein in Berlin , der Dank hervorra-gender Mitarbeiter zu einem beachtlichen Sprachrohr geworden war,blieb noch einige Zeit bestehen.
Maries Schwester, Elisabeth hatte sich, seitdem Mutter Gohlke in Ber ( Wegendes zu erwartenden Kindeslin wary zwar ausserlich von allen Veranstaltungen distanziert, nahmaber nach wie vor Anteil an allem, was sich ereignete. Wenn Mariespät abends nach Hause kam, musste sie ihrer Schwester xядлx von denEreignissen des Tages berichten, woran sich dann noch Diskussionenanschlossen. Sie machte das nicht nur gerne, es war ihr trotz ihrerMüdigkeit ein Bedürfnis, die Probleme mit Elisabeth auch noch in spä-ten Abend- und Nachtstunden durchzusprechen. Am nächsten Tag warMarie dann immer körperlich zerschlagen, was sie aber nicht hinder-te, in aller Frühe aufzustehen, um sich mit ihrer Heimarbeitsnähereizu beschäftigen.